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„Die Welt braucht keine neue Suchmaschine, sie braucht – eine Entscheidungsmaschine“

Mit einem sehr selbstbewussten Slogan startet Microsoft nach "Live Search" einen erneuten Versuch, den Vorsprung des Suchmaschinengiganten Google zu verringern und eine eigene, profitträchtige Suchmaschine Web-Oberfläche, auf der man nach Antworten sucht, zu etablieren. Die neue "Entscheidungsmaschine" hört auf den spritzigen Namen "Bing" und wird hier in einem kurzen Demo-Film vorgestellt. Eine Rechtfertigung erhalte der neue Dienst durch die Tatsache, dass nach wie vor ca. 30% der Suchen ohne Ergebnis abgebrochen würden.

Um den gegenwärtigen "Search Overload" zu vermeiden, organisiert Bing die Suchergebnisse nicht nach Popularität, sondern nach logischen Kategorien, wobei die angezeigten Ergebnisse um verwandte Suchen ergänzt werden, die man direkt auf der Ergebnisseite findet. Außerdem gibt es "Instant Answers", welche die Suchtreffer vorab kurz beschreiben. Der User soll insbesondere in den Kategorien "Local", "Travel", "Health" und "Shopping" Zeit und Geld sparen, indem Bing ihm hilft, die "richtige (Kauf-)Entscheidung" zu treffen.

In der Kategorie "Shopping" werden Bilder, Preisvergleiche und User-Bewertungen aggregiert, um schnell die besten Produkte und Angebote zu finden. Dabei wird auf diverse Quellen im Web zurückgegriffen, wobei die Ergebnisse gruppiert und nach den Präferenzen des Users ausgewählt werden können. Ebenso integriert (in den USA) ist eine "Cashback"-Funktion, welche die Rabatte von Hunderten von Händlern anzeigt. In Deutschland wird das im vergangenen Herbst übernommene Verbraucherportal "Ciao" die Ergebnisse liefern.

Im Bereich "Health" geht es Microsoft vor allem (und nachvollziehbarerweise) um die Glaubwürdigkeit der Quellen. Entsprechend werden in der Ergebnisanzeige die "Top-Quellen der Welt", wie z. B. die Mayo-Klinik berücksichtigt, was besser sei, als der "Rat eines 13-jährigen Jungen".

Wer seine Reise mit der Ergebnismaschine plant, findet eine bekannte Oberfläche, auf der sich Zeitraum, Ziel und Art der Reise angeben lassen, woraufhin Webseiten von Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern durchsucht werden. Weiterhin stehen Tools zur Verfügung um die Suche zu verfeinern sowie ein "Price Predictor", der Voraussagen macht, zu welchen Terminen man die besten Konditionen erhält.

Der Abschnitt "Local" soll dem User Ergebnisse liefern, wenn er beispielsweise auf der Suche nach einem nahegelegenen Restaurant ist. Bei den Ergebnissen hat man die Möglichkeit, nach Kriterien wie Preis, Parkplätzen oder Online-Reservierungsmöglichkeit zu filtern. Ebenso mit eingeschlossen sind Bewertungen anderer User, welche das angezeigte Lokal schon getestet haben.

Unterm Strich lässt sich sagen, dass die im Video vorgestellten Features nicht wirklich neu sind, sondern diverse, schon bestehende Dienste auf einer gemeinsamen Webseite zu vereinen. Ab dem 3. Juni soll Bing in einer Beta-Version an den Start gehen und mit einer bis zu 100 Millionen US-Dollar schweren Werbekampagne gepusht werden.



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