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„Ich bin draußen“ – AOL verabschiedet sich aus Deutschland

Es ist die Nachricht des Tages: AOL, einst immens erfolgreicher Pionier des deutschen Internets ("Ich bin drin", Boris Becker), zieht sich aus Deutschland zurück und schließt alle vier Standorte in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München.

Darüber hinaus werden Büros in Spanien, den Niederlanden und Schweden, und wohl auch - so berichtet das Branchenmagazin Adzine - in Frankreich dicht gemacht. Betroffen sind sowohl das Werbegeschäft (Verpflichtungen gegenüber Portfoliopartnern soll mit der Suche nach neuen Partner begegnet werden), als auch das Portal, von dem es allerdings eine Art Light-Version geben soll, damit Kunden auch weiterhin auf ihren E-Mail-Dienst und Messaging-Service zugreifen können.

So weit, so bedauerlich, vor allem für die User, die sich vom liebgewonnenen Service verabschieden müssen. Auf der anderen Seite verliert auch die AGOF ein beständiges Top 5-Mitglied, welches allein in Deutschland über das AOL Media Netzwerk rund 16,7 Millionen User erreichte (neben aol.de gehörten auch Seiten wie Stayfriends, Finanztreff.de oder die Webauftritte von Fußballvereinen wie Borussia Dortmund, Hamburger SV oder Hertha BSC zum Portfolio).

Erst im Dezember wurde das Unternehmen von Tim Armstrong, dem Vorstandsvorsitzendenvon AOL, an die Börse geführt. Nachdem der geplante Stellenabbau um 2.500 Mitarbeiter nicht umgesetzt werden konnte (lediglich 1.100 Beschäftigte nahmen freiwillig ihren Hut), müssen jetzt wohl vor allem die Standorte in Europa für das Erreichen der Ziele sorgen.

Einziger Lichtblick: der AdServer-Spezialist AdTech, ein AOL-Tochterunternehmen, ist von der Schließung nicht betroffen und soll im Gegenteil sogar noch weiter ausgebaut werden.



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