• deutsch
  • english

Video-Ads im Affiliate-Marketing – Top oder Flop?

Bereits im März 2007 haben Affiliate-Netzwerke wie z. B. Affilinet mit einigem Stolz ein neues Werbeformat vorgestellt: das Video-Ad! Nach nunmehr fast drei Jahren Bewährungszeit stellt sich die Frage, ob und wie diese Innovation von Merchants und Agenturen genutzt wird und wie es um die Akzeptanz seitens der Publisher aber auch der User steht.
Beim Video-Ad handelt es sich um ein Werbeformat, welches TV-Spots und Trailer als Video-Stream auf Publisher-Websites anzeigt. Unternehmen wie KarstadtQuelle Versicherungen (heute ERGO Direkt) oder Callmobile waren die Pioniere und boten ihre fürs Fernsehen produzierten Spots den Publishern im neuen Format an.

In der Online-Werbung sind bewegte Bilder – und speziell für den Kanal online erstellte Spots – generell stark angesagt! Die Zahl der Video-Impressions hat sich während der vergangenen dreieinhalb Jahre verzehnfacht. Werbeformate wie Video-Banner, Floating- oder „In Stream Ads“ werden durchschnittlich um 20% häufiger und doppelt so lange genutzt, wie Rich-Media-Formate ohne Video.

Wie Videowerbung seine Wirkung am besten entfalten kann, hängt auch vom Werbeformat ab:

In-Stream-Werbung

Bewegtbildwerbung, die vor, inmitten oder nach einem Video gezeigt wird.
(für das Affiliate-Marketing nicht geeignet)

Video-Banner und Floating Ads

Grafische Bewegtbildwerbung, die sich im Fall der Floating Ads über den Inhalt der Website legt.

Bei der Erstellung von Video-Ads gilt es folgendes zu beachten:

• Zwei Ziele stehen im Vordergrund: die Aufmerksamkeit des Users wecken und anschließend zur Interaktion auffordern.
• Video-Ads werden meist ohne Ton gesehen, was bei der Konzeption zu berücksichtigten ist.
• Längere Videos werden oft abgebrochen – wichtige Inhalte sollten daher am Anfang des Clips stehen.
• Video-Ads eignen sich gut, um den Abverkauf vor allem von komplexen Produkten zu fördern.
• Die Kombination aus klassischer Bannerwerbung und Video-Ads ist im Online-Marketing laut Nielsen besonders erfolgreich.
• Zu den Bürozeiten von neun Uhr morgens bis fünf Uhr abends schauen die User Videobanner am liebsten.

Das Video-Ad im Jahr 2010

Laut Auskunft der Affiliate-Netzwerke bieten aktuell nur wenige Merchants das Werbemittel Video-Ads an. Auch sind die Verwendung durch die Affiliates und der Erfolg dieser Werbemittelform noch eher verhalten.

Als Gründe hierfür werden angeführt, dass nur wenigen Unternehmen ein Spot vorliegt, welcher im Online-Marketing verwendbar ist, da 1:1 umgesetzte TV-Spots im Internet nicht die erwünschte verkaufsfördernde Wirkung entfalten. Hierfür müssten neue Spots produziert bzw. Anpassungen durchgeführt werden, hinzu kommen höhere AdServer-Kosten. Insgesamt spielt wohl also der Faktor Investitionshöhe eine wesentliche Rolle.

Ein Ausbleiben des Durchbruchs von Video-Ads wird außerdem an niedrigeren Conversion Rates festgemacht. Problematisch sei in diesem Zusammenhang die Weiterleitung, die nur dann erfolge, wenn der User während des Videos oder danach auch das Werbemittel anklickt – wobei dies bekanntlich auch auf andere Werbemittel zutrifft.

Eine Alternative zum Video-Ad kann auf Flash basierendes Bewegtbild sein. Dieses Format bietet bei der Erstellung und Animation vielfältigere Möglichkeiten und ist – wenn auch nicht günstig – zumindest billiger als Video-Ads.

Ob sich Bewegtbildwerbung im Affiliate-Marketing generell durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Derzeit führen Gegner noch höhere Kosten und niedrigere Conversion Rates ins Feld. Allerdings gibt es auch eine Vielzahl positiver Effekte, wie Branding, Engagement und Imagesteigerung, mitunter eine hohe Werbewirkung. Es bedarf also auch hier der gründlichen Betrachtung des zu bewerbenden/zu verkaufenden Produktes: was für den einen ungeeignet ist, kann für den anderen immense Chancen mit sich bringen, weshalb eine generelle Aussage pro oder contra Bewegtbild Fehl am Platze ist.



Schreibe einen Kommentar





Erforderliche Felder sind mit (*) markiert.