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Bin außer Haus, könnt jetzt einbrechen

Wie viele Dinge im Leben haben auch die derzeit angesagten Location Based Services wie Foursquare, Brightkite, Google Buzz oder Gowalla zwei Seiten der Medaille. Auf der einen Seite macht es Spaß, seinen Freunden mitzuteilen, wo man gerade ist um sich zu treffen, oder Punkte zu sammeln, um tolle Abzeichen zu erhalten. Andererseits kann die permanente Veröffentlichung des eigenen Aufenthaltsortes unter Umständen auch gravierende Nachteile haben: mussten beispielsweise Einbrecher früher das Objekt ihrer Begierde noch mühevoll und möglichst unauffällig ausspähen, und bestand beim Bruch selbst noch die Möglichkeit, dass die Hausbewohner plötzlich zurückkehren, ist heute alles viel einfacher. Ein kurzer Check-in im Vier-Sterne-Hotel in Palma de Mallorca, versehen mit einem hämischen Gruß an die Daheimgebliebenen ("Endlich wieder Sonne - und das für die nächsten 14 Tage, ich denk an euch :)") - und schon kann der Langfinger daheim in aller Ruhe disponieren. Da hilft es dann auch nicht mehr, dass man vor der Abreise natürlich die Zeitschaltuhr aktiviert hat, um die Lampen in verschiedenen Räumen regelmäßig ein- und auszuschalten ...

Die Seite Please rob me will auf diese Problematik hinweisen und bietet einen ganz besonderen „Service“ an. Auf einen Klick lassen sich alle „Aushäusigen“ einer bestimmten Gegend anzeigen, darüber hinaus kann auch ganz konkret nach Twitter-Namen gesucht werden. Unter „Recent empty homes“ wird aufgelistet, was gerade leer, ergo zum Ausräumen bereit steht. Wer unter seinem Twitter-Namen auch bei Foursquare eincheckt, sollte mal einen Testlauf riskieren – obwohl man natürlich weiß, welche Informationen man über seinen Aufenthaltsort preisgegeben hat, ist die komprimierte Darstellungsart schon erschreckend.

Nun soll man ja nicht immer gleich das Schlimmste vermuten: nicht umsonst erfreuen sich Location based applications einer immer größeren Beliebtheit, und auch unter Marketingaspekten gibt es schon einige spannende Aktionen. Letzten Endes liegt es an einem selbst, wie offen bzw. arglos man mit seinen Daten umgehen mag. Ärgerlich wird es allerdings, wenn man selbst peinlich genau darauf achtet, nicht alles aufzudecken und dennoch „Opfer“ wird. Es reicht schon, wenn Ihre Gäste bei ihrem nächsten Besuch bei Ihnen „einchecken“ – und neben Ihrem Namen auch Ihre exakte Adresse veröffentlichen ... nur wenige Sekunden später, und Sie (und einige andere auch) werden Ihren Wohnort für jedermann sichtbar im Internet wiederfinden. Da hilft dann nur noch eins ...

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Update:

Dass das Thema trotz aller eventueller Widrigkeiten weiter am Kochen ist, beweist auch dieser spannende Beitrag auf Basic Thinking: Facebook plant anscheinend die Einführung eines neuen Features, dass es dem User ermöglicht, seine Statusupdates auch mit Geo-Daten zu versehen ...



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