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Mit Behavioral Targeting ins Herz des Kunden?

Berechtigte Frage als Werbetreibender: fällt Online-Werbung, die man unter Nutzung von Behavioral Targeting schaltet, überhaupt auf? Die Antwort liefert eine Studie des Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maaß, und sie fällt positiv aus. Zwei Drittel der User nehmen auf ihre Interessen zugeschnittene Werbeinhalte und -formen wahr. Manch einer wird sogar erst durch derartige Werbeeinblendungen auf Produkte aufmerksam und findet diese Ansprache im eigenen Interesse. Das macht bei den für die Studie befragten Usern die Vorteile aus bei dieser „personalisierten“ Form der Werbung.

Jedoch: als Werbetreibender wird man auch mit dem ernüchternden Ergebnis konfrontiert, dass jeder Zweite Werbung ablehnt, wenn sie ihm basierend auf seinem Profil angezeigt wird. Bei „personalisierter Ansprache“ (eigentlich profilbasierend) steht die Online-Werbung hinsichtlich des Grads der Ablehnung durch den User deutlich vor persönlichen Produktempfehlungen. Die Gründe hierfür liegen in der Angst um den eigenen Datenschutz begründet, und auch hat es für viele User den Anschein, dass sie während des Surfens überwacht werden.

Viel Licht, aber auch Schatten - Behavioral Targeting

Viel Licht, aber auch Schatten - Behavioral Targeting

Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass sich die Teilnehmer im Markt großen Herausforderungen gegenübersehen. Es gilt für Aufklärung zu sorgen, um mit den Vorbehalten und der Ablehnung aufzuräumen, welche oft auf Unwissenheit und Vorurteilen beruhen. Ein wichtiger Schritt hierfür wurde bereits von FOMA mit der Veröffentlichung ihres Online Behavioral Advertising Manifests unternommen.

Es liegt aber auch auf der Hand, dass die Aufklärungsarbeit weiter vorangetrieben werden muss, da die Relevanz dieses Themas täglich zunimmt. Zum einen wird Behavioral Targeting von Werbetreibenden immer häufiger praktiziert, so dass von einer stetigen Verbreitung auszugehen ist. Zum anderen wird auch die Ablehnung auf Userseite sich immer weiter verfestigen, wenn dem derzeit beträchtlichen negativen Eindruck nichts entgegen gesetzt wird.

So steht aktuell die Frage im Raum, wie schon direkt bei der Werbemitteleinblendung für Transparenz und Aufklärung beim User gesorgt werden kann. Bei der Beantwortung dieser Frage ist wie so oft ein Blick über den „großen Teich“ lohnenswert. Ab dem Sommer werden in den USA Werbebanner mit einem kleinen „i“-Symbol gekennzeichnet werden, welches den User darüber informieren wird, warum er das besagte Werbemittel erhalten hat und warum es ihm entsprechend seiner Interessen zugewiesen worden ist. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass der Umworbene auf der Landingpage die Möglichkeit zu einem Opt-Out-Verfahren haben wird, so dass auch der Wahlfreiheit des Users Rechnung getragen wird.

Personalisierte Werbung bietet viele Vorteile, sowohl für die werbetreibende Wirtschaft, als auch für den Nutzer selbst, wenn er direkt und in seinem Interesse angesprochen wird, dafür gleichzeitig seltener mit weniger relevanter Werbung konfrontiert wird.

Potential ist also vorhanden – um es aber in Zukunft weiterhin nutzen und gewinnbringend einsetzen zu können, dafür muss Sorge getragen werden, dafür müssen verbindliche Regeln her. Akzeptanz ist der Begriff, um den sich in naher Zukunft alles dreht.



1 Kommentar

  1. Chris sagt:

    guter artikel- es geht mal wieder im wesentlichen um die Angst des Users, dass er mit (privaten) daten „ausgespäht“ wird- was ja nicht der fall ist (profile etc). hier ist aufklärungsarbeit zu leisten und klar vertrauen zu schaffen.

    wenn man an amazon denkt: dann ist es einem ja auch manchmal nicht recht bzw man erschrickt, was die offensichtlich alles -personenbezogen- speichern und entsprechend vorschlagen- andererseits hilft es auch.
    also das ganze: „das haben sie sich letztens angeschaut (aber nicht gekauft), das könnte ihnen auch gefallen… das hat anderen usern, die das gleiche wie sie gekauft haben, auch gefallen“


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