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Tracking-Methoden im Affiliate-Marketing

Eine Diskussion innerhalb der EU sorgte im letzten Jahr für etwas Unruhe im Online-Marketing: Die Verbreitung von Cookies sollte aus Datenschutzgründen unterbunden werden bzw. nur erlaubt sein, sofern der Benutzer ausdrücklich zugestimmt hat.

Nicht nur sämtliche Affiliate-Netzwerke, die auf Cookie-Tracking als primäre Tracking-Variante zurückgreifen, wären direkt von den Auswirkungen einer neuen Regelung zum Setzen von Cookies betroffen. Eine Umsetzung des Vorhabens hätte gravierende Auswirkungen auf die gesamte Online-Marketing-Welt.

Beim Cookie-Tracking wird beim ersten Aufruf der Website auf dem Rechner des Benutzers lokal ein Cookie gespeichert, welches im Falle eines Sales ausgelesen wird und über die Zuordnung des Sales entscheidet. Die Zuordnung erfolgt in den meisten Fällen an den Affiliate, der den letzten Klick auf die Seite des Merchants erzeugt hat. (Siehe hierzu auch den Artikel „Shared Conversions – gerechte Provisionierung für Affiliates“.)

Aber nicht nur die EU stellt das Cookie-Tracking in Frage, auch Virenprogramme und neue Browserversionen sorgen für reichlich Diskussionsstoff darüber, ob eine korrekte Messung der Sales hiermit überhaupt noch möglich ist. Immer öfter werden durch diese Programme Third-Party-Cookies geblockt, bei denen es sich meist um Tracking-Cookies handelt, die keinerlei Auswirkungen auf das Surfverhalten haben. Alle besuchten Seiten werden korrekt angezeigt, es werden lediglich weniger Spuren hinterlassen. Einige Benutzer löschen zudem regelmäßig ihre gesamten Cookies.

Für die Benutzer bringt dies alles keine Nachteile, der Affiliate aber verliert hier unter Umständen einen Teil seiner Sales.

Im Moment geht man noch von einem Richtwert von ca. 97-99% der Sales aus, die mit Cookie-Tracking korrekt zugeordnet werden können. Doch das kann sich in der schnelllebigen Online-Branche umgehend ändern. Ein komplettes Verbot von Tracking-Cookies würde bedeuten, dass die Mehrheit der derzeitigen Affiliate-Programme die generierten Sales nicht mehr eindeutig einem Affiliate zuordnen könnten. Eine Weiterführung der Programme wäre somit unmöglich.

Das Cookie-Tracking wird aber bis auf weiteres sicherlich nicht verschwinden: nicht nur das Affiliate-Marketing, sondern auch alle anderen Kanäle im Online-Marketing sind derzeit darauf angewiesen, und außerdem wird derzeit auf Basis dieser Zahlen sehr viel verdient.

Dennoch lohnt es sich, den Blick auch auf neue innovativere Trackingmethoden zu richten um für kommende Änderungen vorbereitet zu sein. Außerdem können alternative Methoden als Backup dienen, um die bislang durch Cookie-Tracking nicht erfassten Sales dennoch zuordnen können.

Hier eine Übersicht der derzeit von ausgewählten Affiliate-Netzwerken angebotenen Tracking-Methoden inkl. einer kurzen Erläuterung:

Tracking-Möglichkeiten der einzelnen Netzwerke

Tracking-Möglichkeiten der einzelnen Netzwerke

Cookie (http):

Informationen über die Herkunft des Klicks (Netzwerk, Affiliate-ID, Werbemittel, Klickzeitpunkt usw.) werden im Browser des Benutzers lokal abgelegt. Das Cookie kann bei relevanten Aktionen ausgelesen werden, so dass der Sale korrekt zugeordnet wird. Die Cookielaufzeit beträgt in der Regel zwischen 30 und 60 Tagen. Wie oben beschrieben, die gängigste Form der derzeitigen Tracking-Verfahren.

Session-Tracking:

Das Session-Tracking ermöglicht unabhängig von den Cookie-Einstellungen eines Benutzers die Aufzeichnung von Aktionen auf einer Website. Zur korrekten Zuordnung muss während der Session die Information über die Herkunft des Klicks weitergegeben werden (z. B. Partner-ID).

Fingerprint Tracking:

Individuelle Merkmale des Rechners eines Benutzers, wie z. B. IP-Adresse, Browsertyp, Browser Plug-Ins, Betriebssystem oder Bildschirmauflösung dienen zur Erstellung einer digitalen Signatur (Fingerprint). Auf Basis dieser Signatur können die Sales innerhalb eines festgelegten Zeitraums wieder zugeordnet werden.

Von allen alternativen Tracking-Methoden hat diese Variante sicherlich die besten Voraussetzungen um ein Cookie-Tracking zu ersetzen und ist daher auch schon sehr verbreitet.

Cookie (Flash):

Auch bekannt unter dem Namen Local Shared Objects (LSO). Diese Cookies werden durch den Adobe Flash Player auf dem Rechner des Benutzers gespeichert. Die Speicherung erfolgt hierbei nicht in den Internetdateien des jeweiligen Browsers, sondern im Adobe Flash Plug-In. Dies hat zur Folge, dass diese Cookies durch normales Löschen von Cookies im jeweiligen Browser nicht betroffen sind. Auch Virenprogramme und Adblocker blocken diese Cookies (noch) nicht, wobei es natürlich dennoch Ausnahmen gibt.

Zudem kann mit einem Flash-Cookie browserübergreifend getrackt werden. Das bedeutet, dass, wenn ein Benutzer den Klick im Firefox erzeugt, den Sale allerdings mit dem Internet Explorer tätigt, der Sale dem Klick und somit dem Affiliate zugeordnet werden kann. Beim normalen http-Cookie würde dieser Sale nicht getrackt.

Cache (eTag):

Hier wird eine Funktion der Browser für Tracking-Zwecke genutzt. Browser versuchen Bilder nicht doppelt vom Webserver zu laden und setzen daher bei jedem Laden einen eTag, um die Bilder aus dem Cache zu laden. Beim nochmaligen Aufrufen der Seite wird mit dem eTag angefragt, ob das Bild noch im Cache vorhanden ist oder ob es nochmals geladen werden muss. Der Aufruf des Bilds wird beim Cache-Tracking simuliert und kann später beim nochmaligen Aufruf einer vorangegangenen Aktion bzw. einem Partner zugeordnet werden. Im Gegensatz zur begrenzten Cookie-Laufzeit wird hier so lange getrackt, bis der Cache durch den Benutzer gelöscht wird. Bislang verwendet nur Vitrado diese Tracking-Methode.

Neben den genannten Methoden wird auch noch oft vom Postview-Tracking gesprochen. Hierbei handelt es sich im Prinzip um ein reines Cookie-Tracking, mit dem Unterschied, dass ein Cookie bereits bei der Einblendung eines grafischen Werbemittels gesetzt wird und nicht erst beim Klick.

Zum Abschluss sei erwähnt, dass Cookies neben den Tracking-Funktionen auch noch viele weitere Funktionen erfüllen können. So ist es durchaus vorstellbar, dass anhand des jeweiligen Cookies einem Besucher eines Online-Shops ein Produkt zu einem anderen Preis angeboten wird als anderen Besuchern, wie dieses Beispiel zeigt.

Falls also einem Kunden ohne Cookies (Neukunde) ein Produkt günstiger angeboten wird als einem Stammkunden, hätten alle Kunden ein berechtigtes Interesse Cookies regelmäßig zu löschen. Es lohnt sich also, nicht nur auf eine Trackingvariante zu setzen!

Nachstehend weiterführende Links zum Thema:

Peter Glaeser zu Fingerprint-Tracking

Andre Alpar über Spyware im Affiliate-Marketing

Dr. Web zum Thema Flash-Cookies und Cookie-Löscher



1 Kommentar

  1. hans sagt:

    Also was wird uns von der EU noch alles vorgeschrieben evtl. das man aus Umweltschutz das Toilettenpapier nur noch einlagig und beidseitig anwenden darf ?
    Also irgendwie muss man doch als Affili auch zu seinem Geld kommen und nicht von der EU negativ bevormundet werden. Wollen die das man noch mehr Arbeitslose bekommen da viele Leute nichts mehr übers Internet kaufen dürfen.(Affili bekommen dann ihre Provision nicht = Arbeitslose !!).

    Gruss Hans.


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