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Neues Blau schafft Zusatzeinnahmen in Millionenhöhe

Websurfer reagieren schon unterbewusst auf das Erscheinungsbild einer Website. Ohne die Seite auch nur richtig angesehen oder gar Texte gelesen zu haben, entscheidet unser Gehirn, ob wir der Seite vertrauen und ob wir sie uns genauer ansehen wollen.

Aus diesem Grund sind auch Kleinigkeiten an einer Website elementar für den Erfolg im Web. Sowie der Besucher etwas wahrnimmt, dass für ihn nicht stimmig ist, springt er ab ohne tiefer in die Seite einzusteigen. Dies gilt beispielsweise für Layouts, die in einigen Browsern verrutschen, ungewohnte Farbgebung, unprofessionelle Fotos, zu viel Text und vieles andere.

Manchmal wirken die Dinge, die den Erfolg einer Website nachhaltig beeinflussen können auf den ersten Blick sehr marginal. Manchmal ist es nur die Nuance eines Farbtones, die darüber entscheidet, ob ein Besucher häufiger klickt oder nicht.

Testen bringt bares Geld

Google weiß das schon lange und hat in umfangreichen Tests festgestellt, wie eine Anzeige in der Suchmaschine aussehen muss, damit sie möglichst häufig geklickt wird. Das Ergebnis sehen wir jeden Tag, wenn wir Google benutzen. Wenn man genau hinschaut, sieht man manchmal auch andere Gestaltungen der Anzeigen. Im Rahmen des Adsense-Programms testet Google beispielsweise auch immer wieder andere Schriftarten, um festzustellen, ob sich dies auf die Klickrate auswirkt.

Microsoft will dem mit seiner Suchmaschine Bing natürlich in nichts nachstehen. In einem Test wurde nun ermittelt, welcher Blauton hilft, dass Werbeanzeigen besonders gut geklickt werden. Bei Bing soll dies nun die Farbe „#0044CC“ sein. Allein durch die Umstellung der Linkfarbe verspricht sich Microsoft einige Millionen Dollar an Zusatzeinnahmen.

Google macht blau. Bing auch.

Google macht blau. Bing auch.

Sollen wir nun alle unsere Links auf dieses Blau umstellen?

Dieser von Microsoft „gefundene“ Blauton eignet sich gewiss nur für die Zielgruppe von Bing im Umfeld der Suchmaschine. Ein solches Testergebnis hat keine generelle Aussagekraft und es wäre fahrlässig, diese Farbe nun leichtfertig auf die eigenen Seiten zu übertragen. Zudem hat Microsoft mit Sicherheit noch viel mehr Daten gesammelt, die sie aber nicht einfach so mit der Welt teilen.

Beispielsweise wäre es sehr interessant zu wissen, wie sich die Klickrate auf die unterschiedlichen Farbtöne weltweit verteilt. Hier sind mit Sicherheit deutliche Schwankungen zu finden. Auch je nach Thema der Suche, Wochentag, Tageszeit und vielleicht auch Jahreszeit wird es Unterschiede im Klickverhalten geben.

Außerdem: So ein Ergebnis ist nicht endgültig. Microsoft und Google werden stetig weiter testen, um festzustellen ob dieser einmal erkannte Trend zu einer bestimmten Farbe (die zudem bei beiden Websites unterschiedlich ist!) anhält und wann er sich zugunsten einer anderen Farbe verändert.

Farbtests sind für die meisten Websites nicht durchführbar

Einen großen Vorteil haben Google und Microsoft bei diesen Tests gegenüber fast allen anderen Webseiten: die Suchmaschinen haben sehr viele Besucher. Damit können in kurzen Zeiträumen aussagekräftige Testergebnisse erzeugt werden und auch die Verfolgung von Schwankungen und Trends in Zeiträumen oder Regionen ist in überschaubaren Testzeiträumen möglich.

Die meisten anderen Webseiten haben jedoch deutlich weniger Besucher und werden deshalb bei solchen Farbtests mit nur sehr feinen Unterschieden keine aussagekräftigen Ergebnisse erhalten. Deshalb sollte man derartige Farbtest-Erkenntnisse nicht automatisch auf die eigene Website übertragen, sondern analysieren, welche Art von Test für die eigene Webseite die größten Erfolgsaussichten für eine erfolgreiche Optimierung bietet.



2 Kommentare

  1. […] ist dafür bekannt, viel zu  testen. So hat sich Google beispielsweise schon mit der Farbe der Links von Adwords-Anzeigen und dem Hintergrund selbiger sehr intensiv beschäftigt.Aktuell beschäftigt sich Google mit der […]

  2. Randolf sagt:

    Und wieder mal hat sich mein Blick in die Glaskugel bewährt. Schon im Oktober 2009 habe ich vorausgesagt:
    „Vormerken: Ab April 2010 vergibt Denic farbige .de Domains und GROSSBUCHSTABEN.de“
    http://twitter.com/randolf/status/5177642869

    OKOK – zeitlich wird es diesen Monat wohl doch etwas knapp, aber nach solchen Erkenntnissen MUSS ja wohl die Domain-Industrie nachziehen…


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