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Google Instant – R.I.P. search button …

Viele werden es aufgrund des medialen Rummels bereits bemerkt haben: seit heute gibt es ein neues Feature bei Google, das sich "Instant" nennt, die bisherigen "suggestions" (jetzt "autocomplete") signifikant erweitert und das Aus des Search-Buttons einleiten könnte: Denn bereits während des Tippens in das Suchfeld macht Google Vorschläge zur Vervollständigung des Begriffs (bzw. der Begriffsreihe) und zeigt dazu automatisch die passenden Ergebnisse - und Anzeigen - an. Man muss also nicht mehr wie bislang auf den Search-Button klicken, um die Suchanfrage zu bestätigen, sondern scrollt im Idealfall direkt in der Vorschlagsliste zur richtigen Position.

Zunächst ist dieses Feature für User von google.com sowie für bei Google angemeldete User aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Russland freigeschaltet. Diese brauchen nun - und darum geht es Google bei dieser Erweiterung - weitaus weniger Zeit, um von der Eingabe des Suchbegriffs bis zum gewünschten Ergebnis zu gelangen.

Autocomplete und Instant beschleunigen die Suche

Auswirkungen auf SEM und SEO

Doch was für den User von Vorteil ist, muss nicht unbedingt auch bei Suchmaschinenoptimierern und Werbetreibenden die Freudenglocken klingeln lassen. So schreibt Google im Analytics-Blog, dass es "mit diesem Wechsel zu Fluktuationen bei AdWords-Impressions und bei der Verteilung organischer Keywords kommen könnte. Bestimmte Keywords können weitaus mehr - aber auch weitaus weniger Impressions erzielen". Auch der deutsche AdWords-Blog von Google äußert sich zu diesem Thema:

"Durch Google Instant ändert sich die Sichtweise auf die Definition von Impressionen. Mit Google Instant wird eine Impression gezählt, wenn:

* ein Nutzer eine vorgeschlagene Suchanfrage auswählt (beispielsweise durch Drücken der Eingabetaste oder Klicken auf die Suchschaltfläche),
* auf einen Link auf der Ergebnisseite klickt oder
* länger als drei Sekunden keine Eingabe mehr vornimmt."

Wer also in den Webmaster-Tools eine starke Veränderung bei den Impressions feststellt, kann das auf "Instant" zurückführen.

Was den organischen Bereich angeht, so sieht Steve Rubel, Senior Vice President von Edelman, bereits das Ende der Suchmaschinenoptimierung nahen: aufgrund des Feedbacks in Echtzeit würden User ihr Suchverhalten komplett ändern und keine Suche würde mehr der anderen gleichen. Wenn also jeder User ein "eigenes" Ergebnis angezeit bekommt, bestünde keine Chance mehr, auf die selbe Art der Suche, essentielle Grundvoraussetzung für SEO, zu optimieren.

Ging der User bislang bei seiner Suche recht ungenau vor, indem er mit der Eingabe eines einzigen Begriffs startete, wird es nun eine drastische Zunahme der Suche nach Begriffskombinationen geben - eben weil Google ständig dazulernt und immer präzisere Eingaben vorschlägt. Somit werden diejenigen, die bislang ausschließlich bei der Eingabe eines bestimmten Begriffs auf der ersten Seite standen, sehr wohl ihre SEO-Strategie anpassen müssen um bisherige Zugriffszahlen halten zu können. In Zeiten des Long Tail, der bereits im Jahr 2007 in den USA täglich bis zu 30 Mio bisher nie gestellter Suchanfragen erzeugte, sollte ein Umdenken jedoch bereits eingesetzt haben. Dennoch wird Google Instant nicht spurlos an SEO vorbeigehen und wie bereits viele Updates im letzten Jahrzehnt, spannende Herausforderungen mit sich bringen.

Bezüglich der Anzeigenschaltung kann Google "nicht vorhersagen, welchen Einfluß die Änderungen auf die Zahl von Impressionen oder auch die Klickrate in Ihren AdWords-Konten hat. Google Instant könnte aber tatsächlich die Qualität Ihrer Anzeigenklicks weiter verbessern, da wir Google-Nutzern dabei helfen, jene Suchbegriffe zu verwenden, die zur Antwort auf die Suchanfrage führen. Wir empfehlen Ihnen, die für Sie maßgeblichen Kennziffern zu beobachten – also z .B. die Rendite Ihrer Keywords oder auch den CPA (Cost-per-Action) Ihrer Kampagnen."

Und: "Der Qualitätsfaktor eines Keywords wird kontinuierlich auf Grundlage der Leistungsdaten aktualisiert. Etwaige Änderungen bei der Klickrate durch die neue Art der Darstellung werden also im Qualitätsfaktor berücksichtigt. Prinzipiell sind alle Anzeigenkunden von Google Instant betroffen. Wir gehen daher davon aus, dass es durch Google Instant keine Leistungsverschiebungen zwischen den Kunden geben wird."

Google hat (natürlich) auch ein Video produziert, welches die Vorteile für den User erklärt:

Wem das alles doch zu viel sein sollte: es gibt auch eine Möglichkeit, die "Instant"-Funktion abzuschalten:

Ein Klick genügt - und Google sucht wie gewohnt

Ein Klick genügt - und Google sucht wie gewohnt

Fazit

Inwiefern Google Instant tatsächlich Auswirkungen auf SEO und SEM haben wird, bleibt - bei aller Prognosefreudigkeit - abzuwarten. Immerhin gibt es doch eine recht einschränkende Tatsache: Instant funktioniert nur auf der Google-Homepage selbst und nicht im Browser-Suchfeld oder der Google Toolbar. Ebenso außen vor bleiben User, die über iGoogle suchen oder die "Autocomplete"-Funktion abgeschaltet haben.

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2 Kommentare

  1. Guenter sagt:

    Mit Suggest war es ja ein Schritt in die richtige Richtung, Google Instant empfinde ich ziemlich nervend.

  2. Ich glaube das die neue Suchfunktion das Suchverhalten stark verändern wird, und längere Keywordkombinationen aus 3-4 Begriffen häufiger gesucht werden, da man einfach direkt sieht was für Ergebnisse ausgegeben werden.


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