• deutsch
  • english

Google Analytics und Datenschutz

Das Thema Google Analytics und Datenschutz wird aktuell wieder heiß diskutiert. Nachdem der Hamburger Datenschützer Caspar den Abbruch der Verhandlungen mit Google bekanntgab und Google Analytics-Nutzern mit Bußgeldern drohte, waren viele Webseiten-Betreiber verunsichert. Mittlerweile ist klar: die Gespräche werden fortgeführt, rechtliche Schritte sind vorerst nicht geplant.

Kritikpunkte sind vor allem der Umgang mit IP-Adressen und die Widerspruchsmöglichkeit beim generellen Tracking der eigenen Daten. Zwar hat Google Analytics hierfür bereits im Mai 2010 zwei Lösungen umgesetzt - die Funktion „anonymizeIp()“ sowie ein Browser Plug-in –, dies sei laut Caspar jedoch noch nicht genug.

Was sollten Webseiten-Betreiber nun tun? Mindestens die Grundanforderungen müssen erfüllt werden, außerdem sollte man sich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden halten, um rechtzeitig auf neue Anforderungen reagieren zu können. Wer möchte, kann sich darüber hinaus schon jetzt weiter absichern.

Was MÜSSEN Webseiten-Betreiber beachten?

Die IP-Daten der Nutzer müssen anonymisiert werden. Hierzu hat Google Analytics die Funktion „anonymizeIp()“ zur Verfügung gestellt. Der zusätzliche Code kürzt die IP-Adresse, eine direkte Personenbeziehbarkeit ist nicht mehr gegeben. Diese Funktion muss auf der Webseite integriert werden. Eine Anleitung gibt es hier. Durch die verkürzten IP-Adressen werden die Geo-Berichte allerdings etwas ungenauer. Nutzer können zwar Großräumen, wie z. B. dem Großraum Berlin, nicht jedoch Stadteilen oder Straßen zugeordnet werden. Auf die Datenqualität der restlichen Kennzahlen wirkt sich diese Code-Änderung allerdings nicht aus.

Webseiten-Betreiber müssen zudem ihre Datenschutzhinweise ergänzen. Wie in den Google AGB vermerkt, müssen die unter 8.1. befindlichen Datenschutzhinweise auf der eigenen Webseite eingetragen werden. Da der Hinweis keinen Vermerk über die Anonymisierung der Daten und die Widerspruchsmöglichkeit der Datensammlung und -speicherung mittels Browser Plug-in enthält, muss man dies selbständig ergänzen.

Wie KANN man sich zusätzlich absichern?

Datenschützer kritisieren die vorerst komplette Übermittlung der IP-Adressen, bevor das Tracking gestoppt wird. Durch die Verwendung eines Proxyscripts oder eines Proxyservers können Webseiten-Betreiber diese Übermittlung umgehen. Die Daten werden dann über einen dritten oder den eigenen Server geleitet. Google Analytics erhält somit keine Nutzer-Daten, sondern lediglich die IP-Adresse des gewählten Servers. Geo-Berichte funktionieren mit dieser Lösung allerdings nicht mehr.

Mit der von Google geschaffenen Widerspruchsmöglichkeit durch ein Browser Plug-in können 10% der User nicht erreicht werden, denn das Plug-in steht aktuell nur für Internet Explorer, Firefox und Chrome zur Verfügung. Datenschützer fordern jedoch, dass allen Nutzern die Möglichkeit eingeräumt werden muss, dem Tracking widersprechen zu können. Es empfiehlt sich daher, eine eigene Widerspruchsmöglichkeit, z. B. auf der Datenschutz- oder Impressums-Seite, anzubieten. Wer proaktiver sein möchte, bietet sie auf jeder einzelnen Seite (z. B. über den Footer) an oder verwendet gar Pop-ups. Ein Vermerk in den Datenschutzhinweisen sollte dann nicht fehlen.

Wichtiger Hinweis: Die aufgeführten Informationen stellen keine Rechtsberatung dar.



1 Kommentar

  1. […] This post was mentioned on Twitter by QUISMA GmbH and Annette Scholz, QUISMA-Blog. QUISMA-Blog said: Google Analytics und Datenschutz: Das Thema Google Analytics und Datenschutz wird aktuell wieder heiß diskutiert… http://bit.ly/gRgKz9 […]


Schreibe einen Kommentar





Erforderliche Felder sind mit (*) markiert.