• deutsch
  • english

Wie lässt sich der Wert eines App-Downloads bemessen?

Der Smartphone-Markt boomt weiter: Laut dem Branchenverband Bitkom werden in diesem Jahr in Deutschland ca. 10 Millionen Smartphones verkauft. Diese sind der Treiber bei der Zunahme der mobilen Internet-Nutzung: So gehen laut Bitkom bereits ca. 18% der Internet-Nutzer über ein Mobiltelefon online. Und der Umsatz in der deutschen App-Economy (357 Mio. €, 2010) ist inzwischen höher als der des FC Bayern München (323 Mio. €).

Voll im Trend - Smartphones und Apps

Voll im Trend - Smartphones und Apps

Der Erfolg liegt auf der Hand: Apps machen aus den Smartphones moderne digitale Schweizer Taschenmesser und sind so vielfältig wie hilfreich: auskunftsorientierte (von Travel wie Airberlin, DB, Lufthansa über Wetter bis Telefonnummern), transaktionsorientierte (Ebay, Amazon etc.), informationsorientierte (Contentpublisher wie Zeitungsverlage, Portale etc. ) und entertainmentfokussierte (Musik, Games etc.) Anwendungen sind Beleg für die Vielfalt der Interessen und der Geschäftsmodelle.

Während in der gewohnten stationären Online-Welt klare Bewertungsmaßstäbe für den Wert eines Neukunden (meistens als CLTV, Customer Life Time Value) gelten, sind diese Bewertungen bei den Apps allenfalls rudimentär vorhanden. So ist, bedingt durch die hohe Emotionalität für das Medium, das Handy ein Faktor, der nicht so einfach in Euro und Cent umgerechnet werden kann. Daher sind neue Maßstäbe notwendig, wie die Wertigkeit eines App-Downloads gemessen und bewertet werden kann. Hohe Übereinstimmung gibt es dahingehend, dass die Bedeutung eines Downloads und die anschließende Nutzung einer App höher anzusetzen sind, als der reine Klick auf eine Suchanzeige und der Besuch der Webseite. Wie viel höher der Wert eines solches App-Users, verglichen mit einem normalen Webseiten-Besucher ist, hängt stark von dem jeweiligen Geschäftsmodell ab: Apps, die wiederkehrende Umsätze durch Abo-Modelle oder Mehrfachkäufer generieren, rechtfertigen einen vielfach höheren CpD (Cost per Download) als eine kostenlose App mit geringerer Nutzungsintensität.

Derzeit fehlen in Deutschland bei vielen Werbetreibenden noch klare Bewertungsmaßstäbe für den Download und die Nutzung einer App, weil der zugrundeliegende Umsatz aus einer App-Nutzung durch zu geringe Zeiträume oder Nutzerzahlen oftmals noch nicht genug valide ist. In der Zwischenzeit sollten werbende Unternehmen eine plausible Strategie für mobile Kampagnen mit ihrer jeweiligen Agentur erarbeiten, die eine bestmöglich Annäherung an den Wert eines App-Downloads ermöglicht. Eine generelle, übergreifend nutzbare Formel für den Wert eines App-Downloads wird es wohl auch in naher Zukunft nicht geben.



Schreibe einen Kommentar





Erforderliche Felder sind mit (*) markiert.