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Auf der Suche nach Heimat

Viele Suchmaschinenexperten kennen sicherlich folgende Situation: Dem Kunden werden die Marktanteile der einzelnen Suchmaschinen vorgestellt und fast überall führt Google mit einem deutlich großen Vorsprung vor der Konkurrenz. Auch bei Betrachtung des österreichischen Marktes lässt der Internetkonzern andere Anbieter weit hinter sich. Schaut man sich allerdings die Marktanteile der länderspezifischen Google-Seiten genauer an, fällt eine Besonderheit ins Auge.

User suchen im Gastland nach wie vor auf Heimatseiten

User suchen im Gastland nach wie vor auf Heimatseiten

Über die Webseite Netmarketshare können tiefere Einblicke in Suchmaschinenstatistiken gewonnen werden, die so manchen Trend erkenntlich machen. Für Österreich lässt sich tatsächlich eine ganz interessante –wenn auch nicht verwunderliche- Verteilung der länderspezifischen Google-Seiten (.at, .de etc.) feststellen. In den vergangenen zwölf Monaten konnte Google.at mit circa 71 Prozent deutlich als Marktführer verzeichnet werden. Die restlichen Anteile setzen sich aus 14,5 Prozent nicht eindeutig zuzuordnenden Seiten zusammen, welche allerdings zu „at“ zählen.

Überraschenderweise findet sich mit nicht zu verachtenden 7 Prozent Marktanteil die deutsche Google-Seite (google.de) in der Verteilung wieder. Setzt man hierzu die Marktanteile von Bing mit 1,3 Prozent und Yahoo mit 0,5 Prozent ins Verhältnis, welche noch nach den Google-Seiten aus UK, Ungarn, Kroatien und Rumänien sowie Bosnien Herzegowina liegen, lässt das fast nur einen Rückschluss zu: Ein nicht unerheblicher Teil der Einwanderergruppen sucht bei Google auf den „Heimatseiten“ des jeweiligen Landes.

In Anbetracht der Tatsache, dass Deutsche in Österreich mittlerweile mit circa 213.000 Immigranten noch vor den Balkanstaaten die größte Zuwanderergruppe stellen, ist der Marktanteil von Google.de auf den zweiten Blick keinesfalls verwunderlich. An dieser Stelle offenbart sich allerdings ein Targeting-Problem, denn wenn ein Teil der österreichischen User weiterhin auf der deutschen Seite surft, kann man diese Nutzer mit Anzeigen über ".at" nicht erreichen. Eine Kampagnenausrichtung auf Deutschland wäre angesichts von Budgetvorgaben, die meist nicht allzu viel Spielraum zulassen, nur sehr eingeschränkt möglich und sollte gut überlegt sein.

Diesem Problem kann man bisher noch nicht beikommen, denn bedauerlicherweise bietet der Internetkonzern hierfür noch keine wirklich praktikable Lösung. Einzig über den Anzeigentext lässt sich gegebenenfalls ein Fokus auf die Einwanderergruppe legen, wobei es hier bei internationalen Konzernen zu ungewollten Überschneidungen kommen kann.



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