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Mehrheit deutscher Internetnutzer ist für Werbung

"Kostenlose und werbefinanzierte oder kostenpflichtige und werbefreie Inhalte und Services?" Diese interessante Frage stellte der Hightech-Verband BITKOM deutschen Internetnutzern in einer repräsentativen Erhebung im März 2012. 64% der Befragten bevorzugen demnach Werbeeinblendungen, wenn sie dadurch ihren Geldbeutel schonen können. Immerhin 28% entscheiden sich proaktiv gegen Werbung und wären bereit, für Inhalte zu bezahlen.

 

Die Mehrheit der Nutzer möchte lieber Werbung statt Gebühren

Die Mehrheit der Nutzer möchte lieber Werbung statt Gebühren

 

In der jungen Nutzergruppe der 14- bis 29-jährigen bevorzugen 83% werbefinanzierte Services, während vor allem die älteren - und vermeintlich besser verdienenden - User offener für werbefreie Bezahlservices sind.
Die Schlussfolgerung, die sich laut BITKOM-Präsident Kempf daraus ergibt, ist, dass die rechtlichen Möglichkeiten der Werbefinanzierung von Online-Angeboten erhalten bleiben müssen. „Wer Werbung einschränken will, sollte auch offen sagen, dass er damit gleichzeitig die Verbraucher zur Kasse bittet.“

 

Werbefinanziert und kostenlos statt werbefrei und kostenpflichtig.

Werbefinanziert und kostenlos statt werbefrei und kostenpflichtig.

 

Wie ein Damoklesschwert schwebt über diesen rechtlichen Möglichkeiten der Werbefinanzierung die, in der Branche gerade wieder sehr viel diskutierte, europäische E-Privacy Richtlinie. Deren Auslegung kann bis zu einem verpflichtenden Nutzer-Opt-In für Cookies führen, und im Markt ist man sich einig, dass ein solcher Opt-In die gesamte Werbebranche massiv erschüttern würde.

Vor allem in Bezug auf das Thema Data-Driven Display Advertising, das durch den Boom von Realtime Bidding immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Bedrohung groß und hemmt derzeit zum Teil auch die europäische Marktentwicklung. Im Gegensatz zu den USA steckt der Markt, was beispielsweise die Verfügbarkeit von Third-Party-Daten in Deutschland angeht, noch absolut in den Kinderschuhen und die großen internationalen Anbieter entdecken, aufgrund der unsicheren Rechtslage in Europa, nur sehr zögerlich den deutschen Markt für sich.

Die derzeitigen europaweiten Bestrebungen, ein verbindliches Regelwerk für Online-Werbung zu erarbeiten, sind daher richtig und extrem wichtig für die Branche. Die BITKOM-Studie lenkt hierbei zum richtigen Zeitpunkt den Fokus wieder auf die eigentlichen Wünsche und Bedürfnisse des Internetnutzers, die in den aktuellen Datenschutzdebatten gerne einmal hinten angestellt werden und bei denen es manchmal fast schon um den Schutz von Daten zum reinen Selbstzweck zu gehen scheint.



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