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Google Shopping wird kostenpflichtig: Schlecht für Shopbetreiber?

Google hat angekündigt, die bisher kostenlose Listung von Produkten im Google Shopping kostenpflichtig zu machen. Geplant ist es, die in den USA "Product Search" genannte Suche in Online-Shops auf ein reines Anzeigensystem umzustellen. Im selben Zug soll dieser Bereich dort in „Google Shopping“ umbenannt werden, wie es unter anderem in Deutschland schon seit längerem der Fall ist. In den USA soll die Umstellung bereits im August 2012 erfolgen - in Deutschland im Laufe des Jahres 2013.

Das neue Google Shopping ist in den USA kurzfristig live geschaltet worden. Davon sind nun erste Screenshots zu sehen:

 

So-sieht-das-neue-Google-Shopping-aus

So sieht das neue Google Shopping aus

 

Über Google Shopping, als eine Art kostenlose Preissuchmaschine, konnte bisher per Google Shopping-Suche beziehungsweise per Einblendung der Shopping-Ergebnisse auf den SERP‘s (Search Engine Result Pages) kostenloser Traffic für den eigenen Shop generiert werden. So waren die Shopbetreiber in der Lage, Produktinformationen per XML-Produktfeed oder .txt-Datei über das Google Merchant Center an Google zu übermitteln. Bei relevanten Suchanfragen erschienen sodann die eigenen Produkte in der Shopping-Suche, vorausgesetzt man hatte alle Pflichtattribute übergeben. Bei entsprechender Shopping-Suche-Optimierung und Suchanfragen mit Kaufintention, wurden die Produkte dann auch innerhalb der normalen Suchergebnisse in Form der Onebox angezeigt.

Zukünftig sollen bei Google Shopping nur noch die als "Product Listing Ads" (PLA) bezeichneten kostenpflichtigen Anzeigen gezeigt werden. Die Platzierung auf der Seite wird anschließend von einer Kombination aus der Suchergebnis-Relevanz und dem Anzeigenpreis bestimmt, welchen der Online-Shop mitbestimmt – demnach analog zum bisherigen AdWords System.

PLA können bislang bereits für das normale Google-Ranking gebucht werden, sowie Produkt und Preis auf der rechten Seite der Suchergebnisliste platziert werden können:

 

Product-Listing-Ads-im-normalen-Google-Ranking

Product Listing Ads im normalen Google-Ranking

 

Mit den PLA ist seit Ende vergangenen Jahres in der deutschen Google-Suche ein neues Anzeigenformat verfügbar. Parallel zur Shopping-Suche greift Google bei der Auslieferung der PLA auf die Produktdaten eines Online-Shops zurück, welche im Merchant Center beispielsweise per XML-Feed hinterlegt wurden. Die Auslieferung als PLA erfolgt dabei durch eine simple Verknüpfung zwischen Merchant Center und AdWords Konto.
Aktuell lockt Google Händler in den USA mit Rabatten auf den Anzeigenpreis und auf das Guthaben für normale Suchwort-Werbung, damit sie möglichst bald bei den Product Listing Ads für Google Shopping einsteigen:

 

Die-aktuell-gewaehrten-Haendler-Rabatte-von-Google

Die aktuell gewährten Händler Rabatte von Google

 

Zugleich empfiehlt Google den Verkäufern, ihre Online-Läden zu Google Trusted Stores zu machen. Nachdem Google Checkout flächendeckend etabliert sein wird, ist die mittelfristige Ablösung des CPC-Modells durch ein Affiliate-System somit wahrscheinlich.

In der Presse sowie in Foren wird die Umstellung vom kostenlosen Google Shopping in einen kostenpflichtigen Marktplatz wie ebay oder Amazon mehrheitlich negativ bewertet. Allerdings greift diese Betrachtungsweise zu kurz.

Den Betreibern von Webshops ist zu raten, die neue Option für das Shop-Marketing mit kompletten Daten zu bedienen und, wie bei den anderen Marktplätzen auch, Provisionen einzukalkulieren. Google will mit der Umstellung gleichzeitig die Händler dazu veranlassen, ihre Produktdaten immer aktuell zu halten und somit den Usern bessere Suchergebnisse zu liefern.

Allerdings muss dazu gesagt werden, dass durch die Umstellung budgetstarke Advertiser erneut die Oberhand gewinnen werden und kleinere Unternehmen Probleme haben könnten mit den Klickbudgets mitzuhalten.

Außerdem geht dem SEO-Bereich ein weiteres Tätigkeitsfeld verloren, da die Optimierung der Shopping-Suche zukünftig Geschichte ist. Den Shop-Betreibern geht hierbei ein kostenloser Traffic-Kanal verloren. Dafür rückt das Google-Shopping durch die Positionierung der Suchergebnisse auf Basis der Kombination aus Relevanz und Gebotspreis näher an AdWords heran und kann mit dem entsprechenden Know-How vorangetrieben werden. Somit können dem Shopbetreiber gegebenenfalls doch bessere Ergebnisse aus diesem Kanal geliefert werden.



2 Kommentare

  1. […] bereits in einem Beitrag vom 31. Juli 2012 kommentiert, wird die kostenlose Trafficquelle Google Products (ehemals „Froogle“) zu einem […]

  2. […] durch Cost-per-Click-Anzeigen – die sogenannten Product Listing Ads (PLAs) – ersetzt, wie an anderer Stelle schon berichtet. Mancher, vor allem Werbetreibende, fürchtet deshalb Traffic- oder […]


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