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Frauenquote überflüssig: Wie Frauen in der Online-Branche durchstarten

Die Online-Branche setzt in vielen Aspekten zukunftweisende Maßstäbe. Was viele nicht wissen: Dies gilt auch für den HR-Bereich. Während in Politik und Wirtschaft immer wieder heftig über die Einführung von Frauenquoten debattiert wird - und den Unternehmen vorgeworfen wird, dass in den oberen Stufen der Hierarchie nach wie vor zu wenig weibliches Personal zu finden sei - übernehmen mehr und mehr Frauen Top-Positionen in der Digital-Branche. Beispielhaft sind hier Yahoo-CEO Marissa Mayer, IBM-Chefin Virginia Rometty oder Sheryl Sandberg, die rechte Hand von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, zu nennen.

 

Mit der richtigen weiblichen Einstellung auf dem Weg zum Chefsessel

Mit der richtigen weiblichen Einstellung auf dem Weg zum Chefsessel

Auch QUISMA gilt als ein Vorreiter in Sachen Frauenpower. Fünf Länderbüros des internationalen Networks werden bereits von Geschäftsführerinnen geleitet: Großbritannien, Frankreich, Italien, Türkei und Polen. Welche Dinge es zu beachten gilt, wenn frau eine Karriere in der Digitalwelt anstrebt, haben die weiblichen Managing Directors - Ellie (UK), Ilaria (Italien), Nathalie (Frankreich), Magdalena (Polen) und Oya (Türkei) - in acht Tipps zusammengefasst:

1. Vorurteile über Bord werfen
Internetwerbung und digitale Medien – passend für Nerds, aber kein Berufsfeld, das Frauen Spaß macht? Falsch! So einige Hochschulabsolventinnen scheuen sich noch vor Jobs in der Online-Marketing-Branche. Aber etwas mehr Offenheit für Neues, gepaart mit einer Prise Neugier lohnt sich: Die Branche erschließt vielfältige Möglichkeiten und unterschiedlichste Spezialisierungen – und längst nicht für jede Stelle ist ein Informatik-Studium notwendig. Im Gegenteil: Häufig sind auch Verhandlungsgeschick, vernetztes Denken oder kaufmännisches Handeln gefragt.

Tipp: Nicht sofort abwinken, sondern aufgeschlossen sein für (digitale) Herausforderungen in einem enorm dynamischen Markt. Ablehnen geht immer noch.

2. Ein Quäntchen Technik muss sein
Für eine Karriere in der Online-Branche ist es nicht nötig, den Programmierungskünsten eines Mark Zuckerberg nachzueifern. Aber frau sollte das digitale Dictionary schon parat haben, um mitreden zu können. Solides Basiswissen ist hier genauso wichtig wie in allen anderen Branchen auch. Einen guten Einstieg bieten Seminare und Workshops. Hier lernt man den sicheren Umgang mit Fachtermini wie RTB, Conversion Rate oder Retargeting und deren Funktionsweisen. Wer sich umhört entdeckt viele gute Möglichkeiten, um sich in diesem schnelllebigen Segment weiter zu qualifizieren.

Tipp: Schon das regelmäßige Schmökern in der Fachpresse bringt wichtige Updates und liefert genug Stoff, um in Gesprächen und Meetings mit Kompetenz zu überzeugen.

3. Mehr Selbstbewusstsein, bitte!
In schnell wachsenden Unternehmen, wie es die meisten Digitalfirmen sind, kann es sich kein Mitarbeiter leisten, herumzusitzen und geduldig auf seine Optionen zu warten. Zeit und Ressourcen sind knapp. Jeder sieht sich gefordert, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und aktiv nach neuen Möglichkeiten und Herausforderungen Ausschau zu halten – auch, wenn diese auf den ersten Blick (zu) anspruchsvoll erscheinen.

Tipp: Von der Omnipräsenz männlicher Platzhirsche nicht beeindrucken lassen, sondern die eigene Expertise selbstbewusst präsentieren und sich für höhere Aufgaben empfehlen.

4. Netzwerken, netzwerken, netzwerken
Wie in vielen Branchen ist es auch im Online-Sektor unabdingbar, ein exklusives Beziehungsnetzwerk auf- und sukzessive auszubauen. Mit guten Beziehungen und wichtigen Kontaktadressen wird man zu einer geschätzten Anlaufstelle der Kollegen – und bleibt auch in den Köpfen der Vorgesetzten präsent.

Tipp: Gutes Kontaktmanagement verbessert das Standing innerhalb der Belegschaft und ist unverzichtbar auf dem Weg nach oben.

5. An Vorbildern orientieren
Teamleiterin Performance Display Advertising, Standortleiterin oder gleich CEO – die Auswahl an interessanten Jobs für Frauen ist groß in der Online-Marketingbranche. Bei der Karriereplanung hilft es, sich an Kollegen zu orientieren, die es auf der Karriereleiter bereits weiter nach oben geschafft haben. Häufig ist die Bereitschaft größer, talentierte Mitarbeiter zu fördern, als sich zum Schutze der eigenen Position abzuschotten.

Tipp: Beim Streben nach der Wunschposition nicht nur stur auf die eigenen Zielvorgaben fokussieren, sondern auch nach rechts und links sehen und sich einen Mentor suchen.

6. Wie eine Frau denken
Der uralte Spruch von Caroline K. Simon „Look like a girl, act like a lady, think like a man and work like a dog“ hat seine Bedeutung verloren. Frauen machen heute nicht mehr Karriere durch Fleißarbeit und Übererfüllung, sondern durch Kompetenz und intelligente Strategien. Weg mit der überkommenen Vorstellung, dass Aufsteigerinnen wie Männer denken. Vielmehr hilft häufig der weibliche Blick auf das Thema. So finden Frauen in der Regel andere Problemlösungen als Männer, gehen komplexe Fragestellungen strukturierter an. Vor allem im Marketingsegment ist ihre Expertise gefragter denn je – beispielsweise in der Ansprache weiblicher Zielgruppen.

Tipp: Mut zeigen zur weiblichen Sicht der Dinge.

7. Vorurteile umkehren
Trotz allen Fortschritts kommt es nicht selten vor, dass sich Frauen mit ärgerlichen Vorurteilen, wie „zu emotional“ oder „nicht belastbar“, auseinandersetzen müssen. Davon sollte man sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen lassen, denn oftmals bewährt sich der den Frauen nachgesagte „soziale Kompass“. So setzen weibliche Kollegen auf Argumente und Konsens statt auf Lautstärke und Dominanz. Davon profitiert meist nicht nur das Betriebsklima, sondern oft auch der Lösungsansatz.

Tipp: Nicht beeindrucken lassen von Alpha-Männchen und Macho-Posing, sondern ruhig und besonnen an der eigenen Strategie festhalten.

8. Nicht unter Wert verkaufen
Die Achillessehne der weiblichen Karriere ist die Gehaltsverhandlung – und dies gilt nicht nur für die Digitalbranche. Leider neigen viele Frauen zu Unrecht noch zum Understatement, vor allem im Hinblick auf ihre Qualifikationen und Expertise. Das kann zu einer echten Karriere-Barriere werden – gerade in einer überdurchschnittlich dynamischen Branche wie der digitalen mit einer lebhaften Fluktuation und zahlreichen Jobwechseln. Schließlich taxiert sich der Wert eines Mitarbeiters auch an seiner Gehaltsstufe. Hier hilft ein gutes Network zur Orientierung.

Tipp: Für die Gehaltsverhandlung eine klare Strategie zurechtlegen, die eigenen Pluspunkte vorher für sich definieren und deutlich kommunizieren. Finanzielle Untergrenze festsetzen und unter keinen Umständen unterschreiten.

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