• deutsch
  • english

Eine für alle: Google Enhanced Campaigns

Seit Jahren vertritt der Internetkonzern Google die Devise „Mobile First“. Seither konnte man in der Search-Fangemeinde den Durchbruch von Mobile und damit einhergehend eine relevante Anzahl von Nutzern und Suchanfragen kaum erwarten. Seit geraumer Zeit nun, stellt sich die Veränderung ein. Inzwischen sitzt eine Vielzahl von Nutzern tagsüber im Büro vor einem PC und abends mit einem Tablet oder Smartphone vor dem (Internet-)Fernseher und nutzt zum Teil mehrere Geräte gleichzeitig. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Google auf diese Entwicklung mit einer Veränderung von Adwords - eines der wichtigsten Produkte des Suchmaschinenanbieters - reagiert und mit der Einführung der Enhanced Campaigns (Erweiterte Kampagnen) ein neues Kapitel im Kampagnenmanagment aufschlägt.

Eine Kampagne für alle Endgeräte

Eine Kampagne für alle Endgeräte

Derzeit werden in der Regel drei Kampagnen für Desktop, Tablet und Mobile angelegt. Das beinhaltet, die Keywords der Desktop-Kampagne werden gespiegelt und die Gebotspreise, Texte und Links angepasst. Zukünftig wird das Aufsetzen von Kampagnen in einem einzigen Schritt sowohl für Home- als auch für die Mobile-Nutzung möglich sein. Darüber hinaus wird auch die Steuerung der Strategien vereinfacht.

Durch Enhanced Campaigns ergeben sich folgende Änderungen :

  • Kampagnen werden zukünftig über alle Kanäle, inklusive Mobile, ausgespielt.
  • Es gibt keine Trennung zwischen Desktops und Tablets.
  • Bei drei Parametern können prozentuale Bid-Anpassungen erfolgen: Gerät, Ort und Tageszeit. Diese Preisadjustierungen multiplizieren sich miteinander.
  • Unterschiedliche Texte und Links können weiterhin ausgespielt werden.
  • Messung neuer Conversion-Arten neben Clicks, Calls und App-Downloads.
  • Verbessertes Sitelink-Management.
  • Die Targeting-Funktion für Betriebssysteme entfällt.

Es drängt sich die Frage auf, ob es durch die Umstellung zu einem Verlust von Kontrolle und Transparenz kommen könnte. Konnten Werbetreibende bisher Effizienzvorteile bei Tablet- und mobilen Kampagnen ausspielen, wird dies zukünftig nicht mehr möglich sein. Da keine Trennung der Devices erfolgt, können Budgets nicht mehr auf diese umverteilt werden. Die Auslieferung wird letztendlich allein über den Gebotspreis steuerbar sein.

Was bedeutet das für Werbetreibende beziehungsweise ihre Agenturen? In erster Linie wird sowohl das Aufsetzen neuer Kampagnen als auch die Budgetallokation über die Kanäle vereinfacht. Ort- und Zeit-Strategien werden zugänglicher und es ist zu erwarten, dass sie dadurch zur Anwendung kommen. Bei bestehenden Kampagnen, die derzeit in Desktop, Tablet und Mobile unterteilt werden, verursacht die Umstellung zunächst einen einmaligen Arbeitsaufwand. Es ist empfehlenswert, sich Schritt für Schritt mit dem neuen System vertraut zu machen und das Monitoring zu verstärken, um Erfahrungen zu sammeln.

Zu erwarten ist, dass neben einer Annäherung der Gebotspreise für Mobile und Desktop, zwei Faktoren zu steigenden Gebotspreisen führen könnten: Während bisher Kampagnen überwiegend punktuell für die unterschiedlichen Devices aufgesetzt wurden, kauft man zukünftig ein „Grundrauschen“ mit ein. Dadurch wird es mehr Gebote am Markt geben und somit verstärkten Wettbewerb. Darüber hinaus ist eine stärkere Nutzung der Regional- und Timing-Strategien zu erwarten, was höhere Durchschnitts-CPCs zur Folge haben wird. Somit ist diese Änderung vor allem für Google ein gutes Geschäft.



1 Kommentar

  1. […] « Eine für alle: Google Enhanced Campaigns […]


Schreibe einen Kommentar





Erforderliche Felder sind mit (*) markiert.