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Google Knowledge Graph – Die Suche wird schlauer

Google wird zur Wissensdatenbank: Ein halbes Jahr nach Einführung im englischen Raum kommt der Knowledge Graph nach Deutschland. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine neue semantische Suchfunktion, über welche Suchbegriffe nach unterschiedlichen Bedeutungen gruppiert und inhaltliche Zusammenhänge zu verwandten Themen hergestellt werden. Das ermöglicht die Einblendung von relevanten Informationen in der Sidebar neben den Suchergebnissen. Auf diese Weise werden bereits Antworten zu der gestellten Suchanfrage geliefert, so dass sich das Surfen auf weiteren Websites – je nach Komplexität der Anfrage – erübrigen kann.

 

Die Suche nach Informationen soll erleichtert werden

Die Suche nach Informationen soll erleichtert werden

Der Knowledge Graph hilft auch dabei, mehrdeutige Begriffe von Anfang an richtig einzuordnen, indem Nutzer in der Seitenleiste die gewünschte Bedeutung auswählen können. Beispielsweise kann bei der Suchanfrage „Dschingis Khan“ zwischen dem Herrscher der Mongolen und der deutschen Musikgruppe gewählt werden. Laut Google prüft der Knowledge Graph zurzeit 570 Millionen Zusammenhänge und 18 Milliarden Fakten.

Ein Beispiel für den Knowledge Graph, und die damit verbundene Konkurrenz zu Adwords-Anzeigen, findet man aktuell für das Tourismus-Unternehmen Thomas Cook und dessen Online-Reisebüro:

 

Die Ansicht des Knowledge Graphs bei der Eingabe von Thomas Cook

Die Ansicht des Knowledge Graphs bei der Eingabe von Thomas Cook

Google versucht mit der neuartigen Suchfunktion, den Hauptwettbewerber Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing auf Distanz zu halten. Bing hatte im Frühjahr 2012 eine "soziale Suchfunktion" vorgestellt, bei der Inhalte aus Netzwerken wie Facebook und Twitter zu den herkömmlichen Suchergebnissen hinzugefügt werden. Durch den Knowledge Graph soll die für Google wichtige Verweildauer erhöht und ein Mehrwert gegenüber der Konkurrenz geschaffen werden.

Dabei könnte die Neuerung durch die Platzierung im aufmerksamkeitsstarken rechten oberen Bereich der Suchergebnisseite auch Einfluss auf die Adwords-Anzeigen haben. Hier wird sich herausstellen, wie Klick- und vor allem die Conversion-Rate durch die Anzeige des Knowledge Graphs beeinflusst werden. Aufgrund der prominent platzierten Informationen sollte die Klickrate tendenziell sinken. Allerdings ist gleichzeitig zu erwarten, dass die Conversion-Rate bei Performance-Kampagnen durch das Herausfiltern irrelevanter Klicks – z. B. Klicks von Usern, die sich auf der allgemeinen Informationssuche befinden – steigt. Was die Umstellung an weiteren Erkenntnissen zu Tage befördert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.



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