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Google verstärkt Webdesign-Trend mit Enhanced Campaigns

Für Online-Experten ist seit einigen Jahren klar, dass Webseiten in Zukunft für unterschiedliche Endgeräte angepasst werden müssen. Wer frühzeitig auf den Trend reagierte und seine Webseite durch Responsive-Webdesign automatisch an die Displaygrößen anpassen lies, kann sich angesichts der aktuellen Google-Adwords-Änderung zurücklehnen. Für alle anderen heißt es jetzt: Handeln oder Streuverluste in Kauf nehmen.

Google verstärkt Webdesign-Trend mit Enhanced Campaigns

Enhanced Campaigns wird nicht nur Adwords-Kampagnen verändern

Seit Wochen steht in der Online-Marketing-Welt vor allem ein Thema auf dem Programm: Enhanced Campaigns. Webseitenbetreiber, die ihre Seiten nicht für die Nutzung über iPad und andere mobile Endgeräte angepasst haben, laufen Gefahr Teile ihres Budgets aufs Spiel zu setzen.

Bislang konnten Traffic- und Performancedaten für unterschiedliche Endgeräte (durch Trennung auf Kampagnenebene) sehr transparent verwaltet werden. Zusätzlich behielt man die Entscheidungshoheit darüber, wie viel Tagesbudget welchem Gerätetyp zugewiesen werden soll. Diese Wahlfreiheit wird Anzeigenkunden nun abgenommen, da Google für Tablets und Desktop nur eine gemeinsame Einstellung erlaubt. Werbetreibenden bleibt nur noch wenig Zeit: Noch im Juli werden von Google alle noch nicht umgezogenen Kampagnen automatisch umgestellt. Kampagnen, die heute neu aufgesetzt werden, sind dagegen schon automatisch auf Enhanced Campaigns umgestellt.

Während für Desktop und Tablet fortan keine Ausnahmen in der Kampagnen-Einstellung mehr existieren, kann bei Smartphones weiterhin gewählt werden. Da die sehr kleinen Displays auf speziell optimierte Seiten angewiesen sind, ist es auch nach der Umstellung möglich, Gebotsanpassungen für diese Geräteklasse vorzunehmen. Wer seine Anpassung auf -100% für Mobilgeräte konfiguriert, deaktiviert die Aussteuerung von Anzeigen auf Smartphones.

Google verstärkt Webdesign-Trend mit Enhanced Campaigns

Moblie Opt-out durch -100% Eingabe im Google Adwords Editor

Der Grund für die Umstellung auf Enhanced Campaigns ist leicht auszumachen: Google setzt verstärkt auf mobile Werbeformate, da in den Marktsegmenten der Tablets und Smartphones das stärkste Wachstum zu verzeichnen ist. Im Gegenzug dazu sind Desktop-Computer und Notebooks immer weniger gefragt, entsprechend nehmen auch die Webseiten-Zugriffe dieser Geräteklassen weiter ab. Im ersten Quartal 2013 waren die Verkaufszahlen sogar rückläufig, der Rücklauf im EMEA-Raum betrug 20,2%. Mit der Umstellung versucht Google die Webseiten-Betreiber stärker anzutreiben ihre Seiten mobil abrufbar zu machen.

Neben dem allgemeinen Rückgang der Verkaufszahlen von PC und Notebooks führt auch die veränderte Nutzungsgewohnheit dazu, dass in manchen Bereichen ein Wechsel von stationären auf mobile Geräte erfolgt. Beispielsweise ist der Zugriff auf Nachrichtenportale über Smartphones und Tablets Zuhause mittlerweile eine Alternative zur Tageszeitung. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln haben die mobilen Geräte die Tageszeitungen bereits vertrieben. Der Wechsel vom gedruckten zum digitalen Medium ist im Nachrichtensektor sehr leicht, da Vorteile wie geringe bis keine Abonnementkosten, höhere Aktualität und mehr Komfort überwiegen. Eine Analyse der Suchvolumen dieses Bereiches zeigt, dass die Suchen über stationäre Geräte innerhalb eines Jahres um 33 Prozent zurückgingen, während die Suchanfragen über Tablets um 75% zugenommen haben.

Google verstärkt Webdesign-Trend mit Enhanced Campaigns

Änderung der Suchvolumina im Bereich News

Dieses Ergebnis zeigt, dass ein Device-Wechsel bei den Nutzern im vollen Gange ist. Ob Google den richtigen Zeitpunkt für die Umstellung gewählt hat, ist umstritten. In Zukunft wird letztendlich aber kein Weg an einer gezielten mobilen Werbeausrichtung vorbeiführen, mit oder ohne Druck von Google.



1 Kommentar

  1. Pedro sagt:

    Das ist nicht ganz korrekt. Der Wachstum des mobilen Marktes ist gigantisch, aber Desktop suchen sind nicht weniger gefragt, sondern im Juni 2013 im Vergleich zum Vorjahres Zeitraum bis Juni 2012 um 14% gestiegen (Quelle hier ist Google selbst, die werdens wissen).
    Deshalb will Google auch Vereinheitlichung. Die gleichen Inhalte für alle – Responsive Webdesign auf einer Seite, die gleiche Werbung und Werbeziele auf der anderen Seite.
    Es ist halt so, dass nur weil mobile Suchen steigen muss das ja nicht heissen den PC nutzen wir dafür nicht mehr. Das würde ja heißen das Interesse des Internets ist am Ende des anstiegs. Es wird aber eben doch ein ständiger Wegbegleiter und wachsen und wachsen.
    Google sagte auch das seiten die nicht denselben inhalt liefern für beide (HTML) werden in den SERPs bestraft. Schlag ins Gesicht vieler – Webdesign ist jetzt ein echter SEO Faktor 🙂 Oder Know How. Und laut Mat Cutts ist der Release absehbar – quasi jetzt gleich.
    Siehe dazu Google Blogspot für Webmaster.


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