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Streng geheim: Google und die Keyword-Verschlüsselung

Um den Erfolg einer Suchmaschinenoptimierung zu messen, wurde bisher vor allem das Keyword, über das der User auf die Kunden-Website gekommen ist und eine Conversion generiert hat, betrachtet. Diese Keyworddaten wurden dann bei der Suche von Google (über den Referrer) übermittelt.

Da muss man genauer hinschauen: Google verschlüsselt immer mehr Keyworddaten

Da muss man genauer hinschauen: Google verschlüsselt immer mehr Keyworddaten

Seit mittlerweile schon fast zwei Jahren verschlüsselt Google einen Teil der Keyworddaten aus der organischen Suche. Im Oktober 2011 begann der Suchmaschinendienst zunächst damit, lediglich die gesuchten Keywords von Usern zu verschleiern, die bei Google eingeloggt sind. In den Browsern Firefox, Safari und mittlerweile auch in dem Google-eigenen Browser Chrome sind seit Juli 2012 nach und nach alle Keyworddaten von nicht eingeloggten Usern verschlüsselt worden. Vor allem im letzten Monat wurden von vielen Webseitenbetreibern sehr starke Anstiege in den sogenannten „not provided“ Ergebnissen gemeldet. Man spricht derzeit von einer etwa 80%igen Verschlüsselung der Keyworddaten in der organischen Suche, Tendenz steigend. Die Webseite (Not Provided) Count misst seit Anfang der Google-Verschlüsselung für 60 Webseiten den durchschnittlichen „not provided“ Google Traffic und rechnet schon Ende Dezember mit einer hundertprozentigen Verschlüsselung.

Aktueller Stand der Google Verschlüsselung laut (Not Provided) Count; Quelle: http://www.notprovidedcount.com/

Aktueller Stand der Google Verschlüsselung laut (Not Provided) Count; Quelle: http://www.notprovidedcount.com/

Was bedeutet die Verschlüsselung aus SEO-Sicht?

Bei den SEO-Auswertungen steht ein deutlicher Wandel bevor, über den seit mehreren Monaten in SEO-Kreisen diskutiert wird: Wie soll man künftig mit den verschlüsselten Keyworddaten umgehen? Wie können Keywordstrategien angegangen und Keywordempfehlungen ausgesprochen werden, wenn die dafür nötigen Daten nicht mehr verfügbar sind? Und warum möchte Google möglichst alle Keyworddaten verschlüsseln?

Grundsätzlich bleibt es weiterhin wichtig, auf die Qualität des Contents zu achten. Im vergangenen Jahr wurde bereits deutlich, dass der Inhalt von Seiten an Bedeutung gewinnt. Das gesamte Content-Umfeld wird künftig nicht mehr von einzelnen Keywords abhängen, daher sollte der Fokus auf den gesamten Inhalt gelegt werden. Für Webseitenbetreiber bleibt es nach wie vor wichtig, ihre Inhalte zu pflegen und zu optimieren. Außerdem sind auch weiterhin wichtige Kennzahlen verfügbar, die für die Auswertung aus SEO-Sicht hilfreich sind und Rückschlüsse erlauben, über welche Suchbegriffe der User auf die Website gelangt ist und dann zu einer Conversion geleitet wurde. Die Auswertung, über welche Landingpage organische Besucher die Website betreten haben, in Kombination mit einer Rankingauswertung, kann Aufschluss darüber geben, welche Suchbegriffe User verwendet haben. Generell wird künftig die Auswertung auf Landingpage-Ebene bedeutsamer, daher sollten auch Daten wie die Bounce Rate, die Verweildauer auf der Seite, die einzelnen Seitenbesuche pro Besucher und die Conversion-Pfade unbedingt in die SEO-Analyse mit einbezogen werden. Falls ein Webseitenbetreiber für seine Seite auch bezahlte Anzeigen schaltet, können weiterhin mithilfe der SEA-Daten neue Potenziale erschlossen werden, denn hier bleiben die Keywords weiter erhalten.

Um zusätzliche relevante Keywords für eine Website zu ermitteln und durch die Schaffung von hochwertigen Inhalten auf der Website zusätzliche Rankings zu erzielen, kann die interne Suche interessante Hinweise liefern. Hier können nämlich auch relevante Keywords ermittelt werden. Webseitenbetreiber sollten die Suchanfragen innerhalb der eigenen Webseite analysieren und mögliche Schwachstellen beheben, beziehungsweise vorhandenen Inhalt zu diesen Suchen auf der Seite gut sichtbar platzieren.

Außerdem sollten auch Aktivitäten im Bereich soziale Netzwerke beobachtet werden: Welche Themen werden von Usern rege diskutiert und welche Inhalte vermissen sie noch? Solche Erkenntnisse aus sozialen Medien können bei der inhaltlichen Optimierung enorm weiterhelfen, da hier die tatsächliche Zielgruppe aktiv beteiligt ist. Es gibt also auch trotz Google-Verschlüsselung noch viele Daten, die aus SEO-Sicht beobachtet und analysiert werden sollten. Die Zukunft liegt aber nicht mehr im perfekten Keyword, sondern im qualitativen Inhalt.

Über die Gründe des Suchmaschinendienstes Google, diese drastischen Veränderungen durchzuführen, gibt es viele Spekulationen. Eine mögliche Erklärung wäre, dass so die weiterhin verfügbaren Google AdWords-Daten gestärkt werden sollen, um mehr Seitenbetreiber dazu zu bewegen, Anzeigen auf Google zu schalten. Es kursieren aber auch Gerüchte, dass die NSA-Spionageaffäre und die damit einhergegangenen Vorwürfe gegenüber Google der Hauptgrund für die Verschlüsselung sei. Laut dem Suchmaschinendienst soll die Verschlüsselung die User der Suchmaschinen auch schützen, wenn diese nicht bei Google eingeloggt sind. Die wahren Beweggründe von Google bleiben allerdings (mal wieder) unergründlich.



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