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Firefox springt auf den Werbezug auf

Nachdem immer mehr Online-Unternehmen (Instagram, Twitter, Pinterest) Werbeinhalte auf ihren Seiten zulassen, hat Mozilla vergangene Woche angekündigt, dies zukünftig auch bei dem Firefox-Browser im kleinen Rahmen anbieten zu wollen. Auf den „Neuer Tab“-Seiten wird dann ungefragt Werbung eingeblendet, die auch als solche gekennzeichnet werden soll.

Auch Firefox springt jetzt auf den Werbezug auf

Auch Firefox springt jetzt auf den Werbezug auf

Die Neuerung, die „Directory Tiles“ (auf Deutsch: Verzeichnis-Kacheln) heißt, soll jedoch nur Neuinstallationen von Firefox betreffen. Auf der „Neuer Tab“-Seite werden dem User normalerweise die neun am häufigsten besuchten Webseiten angezeigt; wenn Firefox jedoch frisch installiert wurde, werden stattdessen leere Kästchen angezeigt. Die „Directory Tiles“ sollen schrittweise durch die meist besuchten Webseiten ersetzt werden, sobald diese vorhanden sind. Laut Angaben von Mozilla werden die eigenen Seiten nach 30 bis 45 Tagen erscheinen, davor werden eigene Mozilla-Webseiten, beliebte Seiten aus der Region des Nutzers und Anzeigen sorgfältig ausgesuchter Partner beworben.

Eine Beispielvariante von Mozilla wie die „Directory Tiles“ aussehen könnten, die dargestellten Webseiten sind jedoch keine Partner bei dem Directory Tiles Projekt. (Quelle: Mozilla/ cnet.com)

Eine Beispielvariante von Mozilla wie die „Directory Tiles“ aussehen könnten, die dargestellten Webseiten sind jedoch keine Partner bei dem Directory Tiles Projekt. (Quelle: Mozilla/ cnet.com)

Darren Herman, Vice President of Content Services bei Mozilla, äußerte sich im Firmen-Blog zu den Gründen für die Einführung der Directory Tiles: Sie sollen die Ersterfahrung des Users mit Firefox verbessern. Der User soll dadurch einen Mehrwert erfahren, dass Firefox ihm Inhalte vorstellt, die für ihn relevant sein könnten, anstatt nur eine leere „Neuer Tab“-Seite anzuzeigen.

So sieht die „Neue Tab“-Seite bei einer Neuinstallation von Firefox aus (Quelle: Mozilla/ cnet.com)

So sieht die „Neue Tab“-Seite bei einer Neuinstallation von Firefox aus (Quelle: Mozilla/ cnet.com)

Wann die Werbeeinblendungen erstmals erscheinen werden ist noch nicht bekannt, derzeit arbeitet Firefox noch daran, die Benutzererfahrung zu optimieren. Die „Verzeichnis-Kacheln“ sollen zuerst auf stationären PCs zu sehen sein und danach auf mobilen Endgeräten.

Man kann darüber spekulieren, was Mozilla zu diesem Schritt veranlasst hat. Eine Möglichkeit wäre etwa, sich weniger von Google abhängig zu machen, denn derzeit kommen ungefähr 90% der Einnahmen von Mozilla vom Suchmaschinenriesen. Denelle Dixon-Thayer, Leiterin der Rechtsabteilung bei Mozilla, dementierte jedoch, dass die Werbeeinblendungen ein Versuch seien, sich von Verträgen mit Suchmaschinenanbietern zu lösen. Sie erklärte, dass es Mozilla um den Mehrwert für den User gehe und nicht darum, mehr Geld einzunehmen. Firefox will dazu beitragen, dass das Internet weiter wächst, und die Neuerung trage nach den Angaben von Dixon-Thayer ihren Teil dazu bei.

Firefox ist als Internetbrowser des Open-Source-Projektes Mozilla kostenlos. Laut der Webstatistik von Webtrekk ist Firefox in Deutschland der beliebteste Internetbrowser für das stationäre Internet: Mit einem Marktanteil von 35,3 Prozent liegt er sogar vor dem Internet Explorer, obwohl dieser Browser bereits auf dem Betriebssystem Windows vorinstalliert ist.

Mozilla ist bekannt dafür, die User aufzufordern, das Internet mehr zu nutzen, aber gleichzeitig auch zu versuchen, die Privatsphäre der Nutzer zu schützen. Darren Herman betonte in seinem Blogpost, dass es dem Unternehmen nicht darum gehe, mit privaten Userdaten zu Geld zu verdienen. So wie es aussieht, wird Mozilla also keine gezielte Datenauswertung betreiben, aber Genaueres bleibt abzuwarten.



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