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Neue Publisher-AGB bei Zanox – „Und bist du nicht willig …“

Update vom 17.02.2014: Zanox hat die ursprüglichen Pläne mittlerweile zurückgezogen. Zanox CSO Stefanie Lüdecke schreibt dazu im hauseigenen Blog: „Ich möchte mich als erstes bei allen Kunden und Partnern für die entstandenen Verunsicherungen entschuldigen. Und um es auch gleich zu Beginn klar zu stellen: Wir werden als zanox die vorgestellten AGB in dieser Version NICHT einführen.“

Zanox schränkt mit den neuen AGBs die Auswahl der Geschäftspartner für Publisher ein

Zanox schränkt mit den neuen AGBs die Auswahl der Geschäftspartner für Publisher ein

Ursprungsfassung: Vor einigen Tagen informierte Zanox seine Publisher über eine Anpassung der AGBs, die im März wirksam werden soll. Die neuen Bestimmungen einfach ungelesen zu akzeptieren kann – wenn es nach Zanox geht – drastische Einschränkungen in der Freiheit der Auswahl von Geschäftspartnern zur Folge haben; oder im schlimmsten Fall empfindliche Geldstrafen.

Diese Problematik fasst Karsten Windfelder in seinem Beitrag zum Thema treffend zusammen. Als Publisher setzt man sich der Gefahr einer hohen Vertragsstrafe aus, wenn man – was für viele Affiliates gang und gäbe ist – das Netzwerk wechselt und das gleiche Partnerprogramm über ein anderes Netzwerk oder ein Inhouse-Partnerprogramm bewirbt. Selbiges ist ab sofort nur mit einer Sperrfrist von sechs Monaten möglich. Andernfalls kann Zanox den Publisher mit einer Vertragsstrafe in Höhe der sechsfachen durchschnittlichen Monatsprovision belegen.

Während die Ankündigung in der Affiliate-Gemeinde eine intensive Diskussion auslöste (vgl. www.kolumne24.de; startdowns.de; plus.google.com), ist man im hauseigenen Blog auf Beschwichtigung aus:

Da die alten Klauseln in der Vergangenheit immer wieder zu Verwirrung und Unklarheit geführt haben, gibt es nun eine deutlichere und transparentere Regelung – zum Vorteil aller Publisher, Advertiser und auch von zanox. Mit der Sicherheit, dass die Spielregeln nun für alle klar formuliert sind, kann zanox Publisher noch besser betreuen und langfristige erfolgreiche Partnerschaften zwischen Publishern und Advertisern aufbauen, pflegen und weiter ausbauen. (blog.zanox.com)

Welche Vorteile Advertiser aus dieser Regelung ziehen, lässt sich jedoch schwerlich sagen. Diese müssen sich ähnlichen Klauseln in Bezug auf die Übernahme von Publishern ohnehin bereits unterwerfen, auch wenn dies den Trend zur Direktkooperation mit den Affiliates bisher nicht aufgehalten hat. Bezeichnend ist zudem, dass Zanox als guter Kooperationspartner eigentlich seine Advertiser zeitnah über eine derart tiefgreifende Veränderung hätte informieren müssen – am Ende sind die Publisher für die Advertiser tätig und nicht für Zanox.

Was die Publisher angeht, so stellt Zanox klar, habe man „mit einer Vielzahl von Publishern […] auch vor der Änderung der AGB eine derartige Vereinbarung getroffen.“ Ein Schelm, wer sich fragt, ob Top-Publisher per Vereinbarung nicht vielmehr von diesen Klauseln befreit werden, oder die Bindung zumindest versüßt bekommen.

Über die Gründe wird natürlich mittlerweile spekuliert. Auf der einen Seite wird die Bindung von Top-Partnern als primäres Ziel gesehen, nachdem dies über die Klauseln für Advertiser anscheinend nicht hinreichend effizient ist. Den gleichen Effekt kann man jedoch – weniger aufmerksamkeitswirksam – auch über direkte Absprachen erreichen. Warum also so offensiv formulieren? Eine Theorie ist, dass kleine Publisher aus dem Netzwerk entfernt werden sollen. Logischer scheint genau das Gegenteil: Für eine Offensive im RTB-Bereich ist für Zanox ein möglichst großes Publisher-Netzwerk von Vorteil. Mittlere und kleine Partner steuern ihre Placements zur Reichweite bei und vergrößern die Datenbasis. Sie sind es auch, die sich freiwillig in eine solche Abhängigkeit begeben.



1 Kommentar

  1. Mittlerweile hat Zanox den Schwanz eingezogen. Zanox schickte gerade einen neuen Newsletter:

    „mit der Vorstellung der neuen zanox Publisher AGB am 12.02.2014 haben wir am Markt in Deutschland eine Welle an Kritik an den neuen Regelungen ausgelöst. Ich möchte mich als erstes bei allen Kunden und Partnern für die entstandenen Verunsicherungen entschuldigen. Und um es auch gleich zu Beginn klar zu stellen: Wir werden als zanox die vorgestellten AGB in dieser Version NICHT einführen.“

    Vorher nachdenken hätte vielleicht geholfen, den Ruf des Netzwerkes nicht noch weiter zu beschädigen.


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