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Die Brille der Zukunft – Facebook kauft Oculus

Facebook hat nach Instagram und Whatsapp mit Oculus eine Technologie-Firma akquiriert, die für die Erfindung einer virtuellen Brille verantwortlich ist. Der Deal war Facebook einiges wert: 400 Millionen US-Dollar plus 1,6 Milliarden Dollar in eigenen Aktien gab es sofort, und sollte Oculus Rift erfolgreich sein, werden weitere 300 Millionen US-Dollar fällig.

Die Brille der Zukunft

Die Brille der Zukunft

Die Übernahme hat in der Community Kickstarter große Wellen geschlagen: Kickstarter ist eine Investment-Plattform, über welche kleine Unternehmen ihre Ideen vorstellen und durch Spenden anderer User finanzieren lassen können. Oculus VR war ein kleines Tüftler-Team, das mithilfe der Kickstarter-Gemeinschaft seinen Traum von der Entwicklung einer virtuellen Brille verwirklichen wollte. Insgesamt 2,5 Millionen US-Dollar kamen zusammen. Nun löste der Kauf durch Facebook bei einigen Kickstarter-Usern Empörung aus. Sie fühlen sich hintergangen, da sie ihr Geld nicht wie erwartet einem Start-up-Unternehmen, sondern Facebook zur Verfügung gestellt haben. So schade es auch für die Unterstützer des Projektes sein mag, die Entscheidung für den Verkauf an Facebook ist nachvollziehbar: So kann Oculus nun statt auf 2,5 Millionen Dollar auf nahezu 2,5 Milliarden Dollar als Investitionsgrundlage zurückgreifen.

Warum wurde man auf Oculus aufmerksam? Facebook ist längst nicht das einzige Unternehmen, das das Potenzial von virtuellen Brillen erkannt hat. Die japanische Firma Sony arbeitet bereits seit drei Jahren an einem ähnlichen Projekt namens „Project Morpheus“. Hierbei handelt es sich auch um eine digitale Brille, die zusammen mit einer Spielkonsole auf den Markt kommen soll. Das Projekt wurde im März auf der Game Developers Conference vorgestellt. Mithilfe der Brille sollen Computerspiele lebhafter gemacht werden. Das könnte ein harter Konkurrenzkampf für Facebook werden, denn Sony ist in der Spielergemeinde bereits bekannt: Die „Zocker“ wissen, dass Verlass auf Sony ist und die Qualität stimmt.

Doch Facebook hat allem Anschein nach nicht vor, in die Videospielbranche einzusteigen: Es kursieren Gerüchte, dass die Brille dafür verwendet werden könnte, Usern zu ermöglichen, in virtuellen Welten eintauchen. Vorstellbar wäre, dass Benutzer der Brille ein Sportereignis so miterleben können, als säßen sie in der ersten Reihe. Denkbar wäre auch, dass man mit Brille einen Arzt konsultiert, ohne das Haus verlassen zu müssen und Diagnosen virtuell gestellt bekommt. Oder dass User Urlaubs-Facebook-Postings, wie einen Sonnenuntergang beispielsweise, virtuell mit Freunden genießen können. Auch über andere Einsatzmöglichkeiten lässt sich spekulieren: Online-Shopping könnte beispielsweise erlebbarer gemacht werden, indem das Anprobieren von Kleidungsstücken oder Schuhen virtuell ermöglicht würde. Derzeit ist vieles denkbar, aber noch wenig konkret. Es bleibt abzuwarten, was Facebook mit Oculus wirklich vorhat.



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