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Transaktionsvalidierung im Affiliate-Marketing

Die Transaktionsvalidierung gehört zu den regelmäßigen und zugleich wichtigsten To Dos eines Affiliate-Marketing Managers. Sie dient dazu, die über die Partner vermittelten Transaktionen im Hinblick auf einen Geschäftserfolg beim Advertiser zu prüfen, der eine Provisionszahlung erlaubt. Doch wie funktioniert dieser Prozess? Worauf muss geachtet werden? Wie werden die Transaktionen richtig zugeordnet?

Die Sales-Validierung zählt im Affiliate-Marketing zu den wichtigsten Aufgaben

Die Sales-Validierung zählt im Affiliate-Marketing zu den wichtigsten Aufgaben

Als Beispiel zur Erläuterung dieser Fragen soll ein Mode-Advertiser mit einem Online-Shop dienen. Ein solcher wird eine Provision wahrscheinlich als prozentualen Anteil an den vermittelten Warenkörben ausloben. Für ihn ist demnach wichtig, im Transaktionsabgleichprozess zu prüfen, ob die vermittelten Sales und die dazugehörigen Umsätze tatsächlich realisiert werden, bevor die Provision ausgezahlt wird.

Um valide von Spaß- oder betrügerischen Sales unterscheiden zu können, werden die Verkäufe vom Warenwirtschaftssystem des Retailers mit den Sales aus dem jeweiligen Netzwerk verglichen. Hierzu ist eine ID pro Sale für eine korrekte Zuordnung erforderlich. Diese wird bereits im Conversion-Pixel auf der Bestellt-Danke-Seite des Advertisers an das entsprechende Tracking-System zusammen mit dem Bestellwert übergeben. Das ermöglicht die Identifizierung und damit die eindeutige Zuordnung des Sales. Die ID wird selbst definiert und entspricht in unserem Beispiel der Bestellnummer.

Sales-Abgleich-Prozess

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, Sales abzugleichen. Diese können entweder einzeln manuell im Netzwerk bearbeitet oder über einen Import in das System eingespielt werden. Je größer und aufwendiger das Partnerprogramm ist, desto eher lohnt es sich, Importlisten in Form einer Excel-Datei hochzuladen. Ein wichtiger Faktor im Validierungsprozess ist der Bearbeitungszeitraum. Hier wird grundsätzlich zwischen Leads und Sales unterschieden. Handelt es sich um Leads, deren Validität sofort feststellbar ist (z.B. durch den Double-Opt-in zu einem Gewinnspiel), könnte die Provisionsfreigabe einmal pro Woche für die letzten sieben Tage erfolgen.

Bei Sales spielen andere Faktoren eine Rolle: Die Zeit, bis der Kunde die Ware bezahlt hat, der Wareneingang beim Kunden und die 14-tägige Widerrufsfrist. Dieser Vorgang kann sich über mehrere Wochen hinziehen. Daher empfiehlt es sich, Sales, die mindestens älter als zwei Wochen sind, beim Abgleich zu berücksichtigen.

Erfolgt die Sales-Bearbeitung im Affiliate-Netzwerk nicht innerhalb einer zum Programmstart zu vereinbarenden Widerrufsfrist, laufen die Sales in eine Autobestätigung. Das bedeutet, sie werden automatisch zur Auszahlung freigegeben. Hier gilt zu beachten, immer den ältesten offenen Sale im Auge zu behalten, um den oben genannten Fall zu vermeiden. Fehlerhaft ausgezahlte Provisionen können in der Regel nur unter aktiver Mithilfe der Affiliates zurückerhalten werden.

Cashback/Bonussystem

Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Cashback- und Bonussystem-Geschäftsmodelle gelegt werden. Cashback zeichnet sich dadurch aus, dass ein Teil der Provision in Form von Geld an die User weitergegeben und auf ein virtuelles Konto gutgeschrieben wird, wobei die Gutschrift ab einer bestimmten Betragshöhe an den User ausbezahlt wird. Hierbei sollten die Provisionen nicht zu spät ausgezahlt werden, um verärgerte User zu vermeiden.

Bei Bonussystemen wie Payback erhalten die User keine finanziellen Gutschriften, sondern sie sammeln Punkte auf einem Konto. Ab einer gewissen Anzahl können diese durch Prämien eingelöst werden. Bei diesem System gelten häufig kürzere Autobestätigungszeiten. Deshalb sollten Bestellungen schneller bearbeitet werden. Im Falle von Payback sind das 42 Tage.

Nutzung des Sales-Abgleichs für Optimierungsmaßnahmen

Anhand des Sales-Abgleiches können wichtige Affiliate-Kennzahlen, wie die Stornorate, berechnet werden. Diese ist ein wichtiger Bestandteil, um Affiliate-Partner und ihren Traffic zu analysieren, denn so können einzelne Publisher mit hoher Stornoquote erkannt und gegebenenfalls vom Partner- programm ausgeschlossen werden. Zudem können die Umsätze der Publisher analysiert und weitere Maßnahmen vereinbart werden. Dazu gehören beispielsweise Exklusivaktionen mit bestimmten Publishern, um die Performance zu pushen.

Eine weitere Optimierungsmaßnahme ist Neukundentracking anhand von Leads. Hierbei wird zwischen Bestandskunden und Neukunden unterschieden. Besonders im Gutscheinsegment ist das von Vorteil, da hier durch die Unterscheidung Gutscheine explizit an Neukunden vergeben werden können.

Fazit

Die Sales-Validierung zählt im Affiliate-Marketing zu den wichtigsten Aufgaben, weshalb der Prozess gut strukturiert und gewissenhaft bearbeitet werden sollte, um unnötige Kosten zu vermeiden. Durch einen regelmäßigen und sauberen Sales-Abgleich-Prozess lassen sich betrügerische Sales weitgehend verhindern. Zudem lassen sich wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Partneranalyse gewinnen, um ein erfolgreiches Affiliate-Programm zu betreiben.



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