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Welche App für den Chat? Ein Überblick über alle Anbieter

Ende Juli begann Facebook damit, die Chat-Funktion aus seiner Smartphone-App auszukoppeln und stellte seine Nutzungsbedingungen damit grundlegend um. Um den Nachrichtendienst von Facebook auch weiterhin nutzen zu können, müssen alle Facebook-User, die in Zukunft auch weiterhin Nachrichten von unterwegs senden oder empfangen wollen, den zugehörigen Facebook Messenger installieren.Die Kritik an diesem „App-Zwang“ wurde in den vergangenen Wochen immer lauter und Facebook hat als Messaging-Plattform mittlerweile einen enormen Grad an Sättigung erreicht. Zwar stiegen die Downloadzahlen innerhalb kürzester Zeit rapide an, die Bewertungen sanken jedoch im Vergleich zeitgleich in den Keller. In den Kommentaren zeigte sich, dass das Urteil der Nutzer vernichtend war. Viele Nutzer fühlen sich durch diese Aktion vor den Kopf gestoßen, denn wer lässt es sich schon gerne vorschreiben, welche App zum Chatten genutzt werden soll?

Sag mir, welchen Messaging-Dienst du nutzt!

Sag mir, welchen Messaging-Dienst du nutzt!

Allgemein steigt die Zahl der Nutzer von mobilen Messaging-Diensten. Rund 600 Millionen Menschen im Alter zwischen 16 und 64 Jahren setzen inzwischen auf Messaging-Apps, wie WhatsApp, Facebook, Skype und Co. Derzeitiger Marktführer und Spitzenreiter ist nach wie vor WhatsApp mit rund 500 Millionen Nutzern, dicht gefolgt von WeChat. Die chinesische Messaging-App verzeichnete rund 438 Millionen Nutzer. WeChat dominiert bislang zwar hauptsächlich nur den chinesischen Markt, ist aber mittlerweile auch international bekannt - mit mehr als 100 Millionen Nutzern außerhalb Chinas.

Facebook-User chatten nur noch über die Messaging-App.

Facebook-User chatten nur noch über die Messaging-App.

Die Vielzahl von digitalen Kommunikationsprodukten ist mittlerweile beachtlich. Die kurze Übersicht im Anschluss zeigt die besten Alternativen zu Facebook und WhatsApp:

Sekunden-Lebensdauer von Nachrichten

Mit dem Messaging-Dienst Snapchat wird das Vergessen der eigenen Kommunikation jetzt noch einfacher – ganz im Sinne der Schnelllebigkeit unserer heutigen Zeit werden mit dem Tool versendete Bilder oder Videos nach 10 Sekunden gelöscht. Der „Selbstzerstörer“ unter den Messengern hat innerhalb des vergangenen Jahrs einen großen Hype erzeugt und damit auch die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Der für Smartphone und Tablets geeignete Nachrichtendienst ist kostenlos und für Android und iOS verfügbar. Snapchat hebt sich in seiner Anwendung und Funktionsweise deutlich von der breiten Masse ab: Fotos oder Videos sind nach der Ansicht auf dem Gerät des Empfängers für nur maximal zehn Sekunden sichtbar bevor diese wieder selbstständig gelöscht und zerstört werden. Die User von Snapchat können selbst festlegen, wie lange die von ihnen versendete Nachricht für den Adressaten tatsächlich sichtbar sein soll.

Der „Selbstzerstörer“ unter den Messengern hat innerhalb des vergangenen Jahrs einen großen Hype erzeugt.

Der „Selbstzerstörer“ unter den Messengern hat innerhalb des vergangenen Jahrs einen großen Hype erzeugt.



Möchte man einen Austausch speichern, lässt sich der „Selbstzerstörungsmechanismus“ umgehen. Empfänger können ein Snapchat-Foto durch einen „Screenshot“ langfristig festhalten und speichern. In diesem Fall wird der Versender allerdings benachrichtigt, was als Abschreckungsmechanismus bewertet werden kann. Laut aktuellen Studien verzeichnete Snapchat den mit Abstand größten Anstieg an Userzuwachs. In den vergangenen sechs Monaten konnte ein Plus von 67 Prozent registriert werden.

Bolt als Alternative zu Snapchat:

Bolt, eine App zum Teilen von Fotos und Videos, wurde im Juli 2014 von Instagram herausgebracht und beruht auf dem Prinzip des One-Tap-Sharings. Das Konzept zielt auf Schnelligkeit ab: mit nur einem „Tap“ können Fotos und Videos verschickt werden. Im Vergleich zu anderen Messenger-Apps gibt es bei Bolt keine Filter zur optischen Aufwertung der Fotos. Die Intention dahinter ist es eine unverfälschte Aufnahme an den Empfänger weiterzuleiten; in diesem Sinne spricht man von einer Momentaufnahme. Bisher ist diese Anwendung nur in Südafrika, Singapur und Neuseeland verfügbar.
Kurzzeitiger Trend oder eine ernstzunehmende Konkurrenz?

Das Konzept von Bolt: mit nur einem „Tap“ können Fotos und Videos verschickt werden.

Das Konzept von Bolt: mit nur einem „Tap“ können Fotos und Videos verschickt werden.

Safety first durch SIMSme:

Viele User fürchten, dass Facebook immer mehr Zugriff auf persönlichen Informationen hat. Damit wächst die Angst, etwas in der Vergangenheit preisgegeben zu haben, was einen zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht wieder einholen könnte. Deshalb setzt die Deutsche Post mit einem ebenfalls kostenlosen Dienst für Smartphones auf Datenschutz und Sicherheit. Die App heißt SIMSme und ermöglicht den Usern das Versenden von Textnachrichten, Bildern, Videos oder Kontakten sowie Informationen über den eigenen Standort. Die entsprechenden Nachrichten werden beim Absender automatisch verschlüsselt und können nur beim Empfänger entschlüsselt werden. Dadurch wird ein hoher Schutz der Daten gewährleistet.

Bei dem Messaging-Dienst der Deutschen Post haben Datenschutz und Sicherheit oberste Priorität.

Bei dem Messaging-Dienst der Deutschen Post haben Datenschutz und Sicherheit oberste Priorität.

Es gibt durch aus einer großen Auswahl an Alternativen, ob sich diese allerdings langfristig gegen die Marktführer behaupten und durchsetzen können ist fraglich: old habbits die hard – diese These trifft wohl auch für diese Materie zu.



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