• deutsch
  • english

Achtung: Neueste Änderungen bei AdWords

Bei der Erstellung von Kampagnen stellt Google AdWords Werbetreibende aktuell vor die Wahl, ob „genau passende Keywords" und „passende Wortgruppen" auch Fehlschreibweisen und Pluralformen abdecken. Seit September entfällt die Auswahlmöglichkeit und die genannte Einstellung wird zum Standard. Fortan führt beispielsweise für das auf „genau passend" eingebuchte Keywords chanel nr.5 auch die Suchanfrage channel 5 zu einer Anzeigenauslieferung. Was bedeutet das in der Praxis?

Die neuesten Änderungen für alle Nutzer von Google AdWords

Google führt wichtige Änderungen für alle Nutzer von AdWords ein



Zunächst dürfen Werbetreibende mit einem Anstieg der Impressionen rechnen, sofern sie Pluralformen und Fehlschreibweisen nicht bereits durch zusätzliche Keywords oder Übereinstimmungstypen abdecken: Laut Google enthalten mindestens 7 Prozent aller Suchanfragen Schreibfehler. Was steckt dahinter? Aus Sicht von Google ist dieser Schritt durchaus nachvollziehbar und reiht sich ein in vergleichbare AdWords-Anpassungen der vergangenen Zeit. Hierzu zählt unter anderem der neue Kampagnentyp Suchnetzwerk mit Display-Auswahl. Angepriesen werden den Werbetreibenden diese Änderungen als Möglichkeit, eine noch größere Zielgruppe anzusprechen. Im Endeffekt handelt es sich aber um Änderungen, die es erschweren, AdWords-Konten detailliert und effizient zu steuern. Dem versierten Nutzer ist es jedoch wichtig, seine Konten möglichst granular anhand der Effizienz zu strukturieren. Die Zusammenfassung des Search- und Display-Kanals in einer Kampagne ist daher oftmals keine Option.

Ähnlich verhält es sich mit der neuen Abdeckungsmethode von „genau passenden Keywords“ und „passende Wortgruppen“. Mit dem automatischen Einbeziehen ähnlicher Varianten verschwimmen die Grenzen zwischen den bestehenden Übereinstimmungstypen. Bei gleichzeitiger Einbuchung eines Begriffes auf mehreren Ausrichtungen, wie „genau passend“ ([Tennis Schuh]) und „weitgehend passend" (Tennis Schuh) werden diese nun standardmäßig bei falsch geschriebenen Suchanfragen miteinander konkurrieren (Tenis Schuh) und sich gegenseitig hochbieten. Der Werbetreibende kann dies nur durch das Einbuchen von negativen Keywords umgehen, was einen hohen zeitlichen Mehraufwand bedeuten kann. Nach der Umstellung gilt es daher das Konto genau zu beobachten. Dies wird insbesondere Konten betreffen, welche bisher komplett auf die Nutzung von „weitgehend passenden“ Keywords verzichtet haben.

Eine Frage, die aus der Google-Meldung nicht hervorgeht, ist, ob es sich bei der Anpassung lediglich um den Wegfall einer Auswahloption handelt. Es könnte auch möglich sein, dass die Ausrichtungsmethoden „genau passende Keywords" und „passende Wortgruppen" komplett neu definiert sind. Letzteres könnte sich auf die negative Keywords auswirken und eine genaue Kontosteuerung deutlich erschweren.

Bei der gesamten Diskussion sollte nicht vergessen werden, dass die Einbeziehung ähnlicher Varianten grundsätzlich eine sehr sinnvolle Option ist, insbesondere bei längeren Keyword-Ketten. Es vermeidet, dass müßige Einbuchen unzähliger Keyword-Varianten oder die Erweiterung des Übereinstimmungstyps. Die einzelne Einbuchung seltener Fehlschreibweisen birgt zudem die Gefahr, dass eine Anzeigenauslieferung aufgrund des zu geringen Suchvolumens des Keywords verhindert wird.

Nichtsdestotrotz muss sich Google die Frage gefallen lassen, warum es dem Werbetreibenden nicht weiterhin selbst Ausrichtungseinstellung überlässt, um somit das Konto möglichst genau an spezifische Bedürfnisse anzupassen.



Schreibe einen Kommentar





Erforderliche Felder sind mit (*) markiert.