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Die Vermessung der Werbewelt: Facebook geht mit Atlas an den Start

Der Social-Media-Primus Facebook vergrößert seinen Zugriff auf den Werbemarkt und wird zukünftig auch Werbeplätze außerhalb der eigenen Plattform anbieten. Wie jetzt im Zuge der Advertising Week bekanntgegeben wurde, startet Facebook mithilfe des 2013 von Microsoft erworbenen Ad Servers Atlas sein eigenes Display-Werbenetzwerk.

Facebook weitet sein Werbenetzwerk aus

Facebook weitet sein Werbenetzwerk aus

Statt anhand von Cookies die passenden Werbeeinblendungen auf Grundlage der Surf-Historie auszuliefern, werden die User beim Targeting via Facebook-ID eindeutig identifiziert. Damit können Nutzer nicht nur Geräte-übergreifend angesprochen werden, auch die Verbindung zur Offline-Welt ist theoretisch möglich, wenn User beim Einkaufen ihre E-Mail-Adresse hinterlassen, mit der sie bei Facebook registriert sind. Der vollständigen Abbildung von Customer Journeys kommt Mark Zuckerberg somit einen deutlichen Schritt näher als seine Wettbewerber. Facebook trifft einen Nerv in der Online-Marketing-Branche und tritt als direkter Konkurrent von Google und Co. in den Display Advertising-Ring.

Atlas soll außerdem die Möglichkeit bieten, User anhand der Facebook-SDK für Apps sowie über Mobile-Identifiers wie Apples „Identifier for Advertising“ (IDFA) und die Advertising-ID von Android zu identifizieren. Das bedeutet, dass Werbung in Apps zielgerichtet ausgesteuert werden kann, selbst wenn der User nicht über einen Facebook-Login verfügt. Somit wird Atlas Werbetreibenden eine beachtliche Reichweite anbieten können. Dem Vernehmen nach sollen Advertiser mit der Werbeplattform auch in der Lage sein, ihre Daten mit denen von Facebook abzugleichen. Das ermöglicht es beispielsweise, gezielt jene User anzusprechen, die kurz vor dem Abschluss ihren Kauf abgebrochen haben.

Mit diesem Schritt heizt Facebook den Wettbewerb zweifellos an. Welchen Platz die neue Werbeplattform in Bezug auf Datenqualität und die damit verbundene Targeting-Güte unter allen anderen Inventar- und Datenanbietern einnehmen wird, muss sich zeigen. Ein spannender Vorstoß, der dem großen Konkurrenten aus Mountain View mehr als nur ein Stirnrunzeln bereiten dürfte.



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