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Who is Ello?

Mit 1,3 Milliarden registrierten Usern ist Facebook ist der unangefochtene Social Media-Spitzenreiter. Jetzt steht das Portal immer öfter aufgrund seiner Datenschutzpraktiken in der Kritik: Verkauf von persönlichen Daten, Weitergabe an Geheimdienste – die Liste der Vorwürfe ist lang.

Das neue Netzwerk Ello positioniert sich als Gegenentwurf zu Facebook

Das neue Netzwerk Ello positioniert sich als Gegenentwurf zu Facebook




Jetzt lockt eine neue Alternative zu Facebook, bei der Datenschutz sehr groß geschrieben wird die Rede ist von Ello – einer werbefreien Plattform.

In die Community darf nur, wer von anderen Usern eingeladen wird.

In die Community darf nur, wer von anderen Usern eingeladen wird.



Ello? – Wer oder Was?

Ello verfolgt ein klares Ziel: Das Netzwerk will „das bessere Facebook“ werden. In vielen Bereichen sollen andere und vor allem bessere nutzerfreundlichere Wege eingeschlagen werden – dabei wollen die Macher von Ello komplett auf Werbung verzichten.

Obwohl sich Ello derzeit noch im Beta-Stadium befindet, zieht das Social Network schon einige Aufmerksamkeit im Netz auf sich. Der Startschuss für das Projekt fiel bereits im Juli, bislang ist das Mitmachen jedoch nur möglich, wenn man eine Einladung bekommt. Die Zahlen bestätigen den Erfolgskurs von Ello – das Netzwerk verzeichnet einen konstant steigenden Nutzerzugang: erst 4.000, dann 27.000 und derzeit sind es 34.000 Anfragen pro Stunde.

Ello verfolgt eine Mission

Hinter dem Konzept steckt ein klar definierter Leitsatz, mit welchem der User von Ello auch unmittelbar konfrontiert wird, sobald er die Seite in seinem Browser aufruft: „Dein soziales Netzwerk gehört den Werbetreibenden. … Wir glauben, es gibt einen besseren Weg. … Wir glauben, dass die Betreiber und die Nutzer Partner sein sollten. … Du bist kein Produkt.” Diese Worte drücken einen simplen Grundgedanken aus: Die Funktionen von Ello sollen sich ausschließlich an den Bedürfnissen der registrierten Mitglieder orientieren – nicht an denen der Werbekunden.

Datenschutz und Transparenz haben bei Ello höchste Priorität. „Wir sind das Anti-Facebook“ lautet die Botschaft im übertragenen Sinne, und dementsprechend unterscheidet sich das neue Startup natürlich auch hinsichtlich der Finanzierung von Facebook & Co: Umsätze sollen nicht über klassische Werbeerlöse erzielt werden, sondern durch On-Site-Verkäufe. User, die mit einem Login mehrere Konten verwalten, müssen dafür eine Gebühr zahlen. Nutzerdaten an potenzielle Werbekunden zu verkaufen, die darauf aus sind Bewegungsprofile zu erstellen, wird strikt abgelehnt. Die Hauptversion von Ello soll kostenlos und frei zugänglich bleiben. Den Nutzern wird aber die Möglichkeit geboten, gegen eine Gebühr besondere Zusatzfunktionen freizuschalten.

Aktuelle Benutzeroberfläche von Ello.

Aktuelle Benutzeroberfläche von Ello.




Das Finanzierungsmodell ist aber nicht der einzige Unterschied zu Facebook: Bei Ello ist man nicht gezwungen, sich mit seinem vollen, richtigen Namen anzumelden, sondern kann auf Fantasienamen zurückgreifen. Ein cleverer Schachzug, denn Facebook erntete zuletzt erneut Kritik, nachdem mehrere Dragqueen-Profile gesperrt und gelöscht wurden, weil diese anstatt mit ihrem echten Namen unter ihren Künstlernamen registriert waren. Als Reaktion meldeten sich viele Betroffene auf Ello an und richteten dort ihre Nutzerprofile ein.

“We believe in simplicity”

Ello sticht aus der Masse hervor – allerdings nicht aufgrund seiner innovativen Funktionen und Anwendungen oder durch ein auffälliges Design: Ello überzeugt mit seinem benutzerfreundlichen Auftritt. Das Design ist minimalistisch und wird von großflächigen Profilbildern dominiert, in Kombination mit verhältnismäßig wenig Text.

"Du bist kein Produkt", heißt es im "Manifest".

"Du bist kein Produkt", heißt es im "Manifest".




Die Dominanz von Facebook ist derzeit noch überwältigend, trotzdem versucht Ello seinen Platz in der Social Media-Landschaft zu manifestieren.

Ob es Ello letztendlich gelingt, die User zum Umdenken zu bewegen und sich langfristig gegen den Facebook-Konzern zu behaupten, ist noch nicht abzusehen. In Zeiten, in denen die Protestrufe gegen Facebook immer lauter werden, haben die Macher von Ello allerdings den passenden Augenblick gewählt, um ihre Version des „ehrlicheren“ sozialen Netzwerkes der Öffentlichkeit zu präsentieren.



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