• deutsch
  • english

AdWords API Update ermöglicht den „break down“ des Quality Score

Der Google AdWords Quality Score ist ein ähnliches Mysterium wie die Rankingfaktoren in den organischen Suchergebnissen. Über die letzten Jahre wurden mehr und mehr Details bekannt gegeben, welche Kriterien wichtig sind, jedoch ist deren interne Gewichtung bisweilen unbekannt.

Der Google AdWords Quality Score ist ein ähnliches Mysterium wie die Rankingfaktoren in den organischen Suchergebnissen.

Google AdWords Quality Score: ein ähnliches Mysterium wie die Rankingfaktoren in den Suchergebnissen.

Im AdWords Interface unterteilt Google den Quality Score in 3 übergreifende Kategorien:

  • Voraussichtliche Klickrate (Expected CTR)
  • Anzeigenrelevanz (Ad Relevance)
  • Nutzererfahrung mit der Zielseite (Landing Page Experience)

mit den Ausprägungen:

  • Unterdurchschnittlich
  • Durchschnitt
  • Überdurchschnittlich

 

Abbildung: Google Adwords Interface

Abbildung: Google Adwords Interface

Bis vor kurzen war es jedoch nicht möglich, jene Faktoren maschinenlesbar zu verarbeiten. Ferner war eine Dokumentation des Qualitätsfaktor auf Tagesbasis mit AdWords nicht möglich. Durch ein Update der AdWords API sind diese Daten jetzt abrufbar. Mario Gäbler berichtete darüber bereits in der Website Boosting 03-04.20161 und bewertete diese Auswertungsmöglichkeit als extrem wertvoll, einerseits für den Bereich SEA als auch für SEO/CO zur Verbesserung der Landing Pages.

Auf Search Engine Land2 erschien ein sehr spannender Artikel, welcher sich der Gewichtung der einzelnen Faktoren widmete. Durch Auswertung großer Datenmengen konnte eine Formel entwickelt werden, welche den Quality Score auf Basis der Faktoren (Landing Page Experience, Ad Relevance, eCTR) berechnet.

Quality Score = 1 + Landing Page Ex. + Ad Relevance + eCTR

  Landing Page Ex. Ad Relevance eCTR
Überdurchschnittlich 3.5 2 3.5
Durchschnitt 1.75 1 1.75
Unterdurchschnittlich 0 0 0

Tabelle: Quality Score Factors3
Aus der Tabelle wird ersichtlich, dass die Faktoren Landing Page Experience und eCTR die größten Einflussfaktoren für den Quality Score bilden.

So verbessern Sie Ihre Landing Page Experience

Um die Landing Page Experience auf Ihrer Zielseite zu verbessern, sollten Sie bei der Erstellung der Inhalte darauf achten, dass diese unique, sinnvoll und möglichst aktuell sind. Ihre Zielseite sollte dabei passend zu Ihrer Werbeanzeige und den Keywords gestaltet sein. Auf der Landing Page sollten wichtige Informationen zum bewerbenden Produkt, beziehungsweise zur bewerbenden Aktion zu finden sein. Einzigartige Texte und nützliche Informationen für den Nutzer sind hierbei von Vorteil.

Schaffen Sie Vertrauen auf der Seite, indem Sie beispielsweise Ihre Produkte und Services kurz beschreiben, bevor Sie den User dazu auffordern ein Formular auszufüllen oder private Informationen zu teilen. Achten Sie auch auf eine einfache Bedienbarkeit der Seite sowohl im mobilen als auch im Desktop-Bereich. Auch die Ladezeit ist ein wichtiger Einflussfaktor im Hinblick auf die Landing Page Experience. Ist diese zu hoch, verlassen die User meist frühzeitig die Seite, was eine hohe Absprungrate zur Folge hat.

Die Nutzererfahrung hat demnach eine positive oder negative Wirkung auf die Qualität der Zielseite und ist ausschlaggebend für die Positionierung in den Suchergebnissen und für entstehende Werbekosten.

Was können Advertiser und Agenturen daraus ableiten?

Durch die systematische Auswertung der AdWords Daten können nun noch gezielter AdGroups mit hohem Verbesserungspotential identifiziert, priorisiert und optimiert werden. Insbesondere AdGroups mit einer geringer eCTR sind zu priorisieren, da hier relativ schnell Änderungen herbeizuführen sind und Google sehr rasch Signale gibt, ob Optimierungen in eine richtige Richtung gehen. Eine Verbesserung von einer Kategorie (Durchschnitt überdurchschnittlich), kann signifikante Auswirkungen auf die Anzeigenposition und den CPC haben.

AdGroups, die über eine identische Landing Page verfügen, welche jedoch durch Google unterschiedlich bewertet werden, sind tiefer zu analysieren. Hier scheint die verlinkte Zielseite nicht optimal zum Werbetext zu passen. Des Weitern sind Landing Pages, welche generell über einen geringen Score verfügen, schnellstmöglich anzugehen. Strukturelle oder inhaltliche Änderungen, die sich auf den AdWords Quality Score positiv auswirken, sollten auch im organischen Bereich ihre Wirksamkeit zur Geltung bringen. Das enge Zusammenspiel zwischen SEA und SEO/CO ist hier wichtiger denn je, da Google sonst an keiner anderen Stelle als in Google AdWords tieferen Einblick für die Landing Page Experience preisgibt.


1Vgl. Website Boosting 03-04.2016, Seite 50-52
2Vgl. http://searchengineland.com/reverse-engineering-adwords-quality-score-factors-244192
3Vgl. http://searchengineland.com/reverse-engineering-adwords-quality-score-factors-244192



Schreibe einen Kommentar





Erforderliche Felder sind mit (*) markiert.