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Pokémon Go als cleveres Online-Marketing-Tool?

Nachdem bereits die halbe Welt im Pokémon Fang-Fieber ist, wurde Pokémon Go sehnsüchtig auch in Deutschland erwartet. Innerhalb eines Tages nach der Veröffentlichung hat sich eine beachtliche Anzahl von dem Spielfieber anstecken lassen.

Nur einen Tag nach dem Launch der App hierzulande sind die Auswirkungen in den Städten Deutschlands deutlich. So bilden sich Menschenansammlungen, an Orten, an denen sich begehrte Pokémon verstecken – wie hier an der Kö.

Pokémon Go Spieler an der Kö

Pokémon Go Spieler an der Kö



Das Smartphone-Spiel hat zweifelsohne eingeschlagen wie eine Bombe. Das, was das Augmented-Reality-Spiel „Ingress“ seiner Zeit nur bei „Nerds“ schaffen konnte, hat Pokémon Go in Rekordzeit in die breite Masse getragen und einen richtigen Hype ausgelöst. In den USA ist Pokémon Go jetzt schon erfolgreicher als die Dating-App Tinder und auf dem besten Wege, auch Twitter einzuholen.

Aber was ist der tatsächliche Mehrwert den Niantic, respektive Google, von Pokémon Go erzielt?

Pokémon Go – bereits nach kurzer Zeit ein treuer Wegbegleiter

Ein Blick aus der Online Marketing-Perspektive lässt Raum für einige interessante Theorien. Wichtigster Punkt ist die Tatsache, dass das Spiel OS übergreifend funktioniert und auch iOS Nutzer erreicht. Sprich, Google hat Zugang zu einer Vielzahl an User, die mit eingeloggten Profilen und GPS-Tracking ihre Spuren, und somit auch Daten, hinterlassen.

Pokémon lassen sich jederzeit und überall fangen: auf dem Weg zur Arbeit, in der Schule, unterwegs mit Freunden und an jeglichen öffentlichen Orten. Es werden somit unverschlüsselte Bewegungsprofile der Nutzer verfügbar, anhand welcher man das lokale Marketing noch präziser und besser aussteuern kann. Nicht zu vergessen, dass sich der User während des Spiels ausschließlich mit Pokémon beschäftigt. Die Messbarkeit digitaler Kampagnen, die mit dem Besuchs eines Ladenlokal zusammenhängen (Stichwort: Storevisits) wird dadurch erhöht.

Spielmechanismus zieht Menschen gezielt an

Pokémon Go App Screenshot

Pokémon Go App Screenshot


Beschäftigt man sich nun etwas intensiver mit dem Game-Mechanismus, zeigt sich ein klarer Benefit für Unternehmer: es gibt im Spiel bestimmte Funktionen, die Menschen gezielt anlocken können. Die Pokémon-Stopps und Arenen findet man an öffentlichen Plätzen, welche durchaus auch Restaurants oder Geschäfte sein können. Einige Ladenbesitzer gewähren beispielsweise nur Spielern Zutritt, die auch etwas konsumieren. Um die Laufkundschaft deutlich zu steigern, kann man gezielt virtuelle Köder auswerfen, die für eine gewisse Zeit seltene Pokémon anziehen und diese wiederum eine magische Anziehungskraft auf die Spieler haben.

Daraus ergibt sich die Möglichkeit, seltene Spots und Pokémon in die lokale Suche oder als Tagesangebot einzubinden. Dies funktioniert auch im Offline-Bereich, beispielsweise, wenn man Ladestationen zur Verfügung stellt, da der Akkuverbrauch bei diesem Spiel immens ausfällt. Wie könnte man einen Spieler auf der Jagd in diesem Moment glücklicher machen?

Eine weitere Überlegung wäre, je nach Wert des In-Game-Spots, diesen in die lokale Suchmaschinenwerbung zu integrieren. Aber das ist noch nicht alles - es gibt unzählige Möglichkeiten seine Werbung direkt im Spiel zu platzieren. Einige Beispiele finden sich bereits in dem Spiel „Ingress“. Dort ist es möglich, spezielle In-Game-Items zu branden oder spielrelevante Spots in die jeweiligen Stores zu platzieren, um damit Spieler zu sich zu lotsen.

In-Game-Währung gegen reales Geld

Auch wenn die App an sich bisher kostenlos ist - begehrte Items in der App können nur gegen Poké-Münzen gekauft werden, welche man natürlich mit realem Geld bezahlen muss. Den größten Nutzen ziehen Google und Niantic jedoch aus der Datenflut der Nutzer, die einen direkten Einblick in die Bewegungsprofile eingeloggter Spieler ermöglicht, was in den Medien bereits heiß diskutiert wird.
Im Moment bleibt noch abzuwarten, wie sich dieser Hype und die damit einhergehenden Nutzer-Informationen entwickeln und spürbar auf die Online-Marketing-Welt auswirken wird.

Bis dahin, steht zunächst der Spaß und die Erfüllung lang gehegter Kinderträume im Vordergrund – nicht zu vergessen, dass sich der ein oder andere QUISMAner nun etwas häufiger vom Bürostuhl befreit, um Pokémon zu jagen, zu trainieren und sie gegen andere antreten zu lassen.



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