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Suchmaschinenwerbung auf Bing: Effizienterer Budgeteinsatz dank günstigerer CPCs

Bing gewinnt als Suchmaschine zunehmend auch hierzulande an Reichweite und rückt damit immer mehr in den Fokus von Werbetreibenden, die Paid-Search-Kampagnen einsetzen. Eine Annahme, die einem in Zusammenhang mit Bing dabei immer wieder begegnet: Bei Bing kann man Klicks zu günstigeren CPCs einkaufen. Ob das tatsächlich so ist, haben wir uns angesehen.

Probefahrt

Dafür haben wir knapp 7.000 Keywords hinsichtlich ihres CPCs ausgewertet. Im betrachteten Zeitraum von Januar bis November 2017 wurden über diese Keywords über 4,5 Millionen Klicks generiert. Ausgewählt wurden Keywords aus unterschiedlichen Branchen. Es wurden sowohl Brand- als auch generische Keywords mit einbezogen und nur solche berücksichtigt, die sowohl auf Google als auch Bing Klicks generiert haben. Um Einflüsse von unterschiedlichen Matchings zu vermeiden, wurden nur Exact Keywords herangezogen.

Das Gesamtergebnis fällt auf den ersten Blick deutlich aus: Im Durchschnitt liegen die CPCs bei Bing um 59 Prozent unter den Google-Klickpreisen – sowohl generische als auch Brand-Keywords weisen günstigere CPCs auf. Die durchschnittliche Anzeigenposition fällt dabei bei Bing mit 1,3 sogar besser aus als bei Google (1,7).

Betrachtet man einzelne Branchen, differenziert sich jedoch das Bild. Während im Entertainment-Bereich die Bing-Klickpreise für generisch und Brand deutlich günstiger ausfallen als bei Google, zeigt sich z.B. in der Automobilbranche ein umgekehrtes Bild: Im Brand-Bereich liegt der CPC bei Bing minimal über dem Google-Wert, im generischen fällt die Differenz deutlich aus. Durchschnittliche 0,18 € bei Google stehen hier 0,60 € bei Bing gegenüber.

In den Bereichen Fashion, Retail und Versicherung muss dagegen nochmal unterschieden werden zwischen Marken- und generischen Keywords. Brand-Keywords sind bei Bing deutlich teurer als bei Google – bis zu 136 Prozent liegen die Bing-Klickpreise hier höher. Im generischen Bereich dagegen fallen die Bing CPCs bis zu 55 Prozent günstiger aus.

Grafik Google - Bing

Fazit: In der Gesamtbetrachtung ist Bing hinsichtlich der CPCs deutlich günstiger als Google. Bei genauerer Betrachtung sind jedoch durchaus Unterschiede auszumachen, die eine pauschale Aussage zu dem Thema verhindern. Abweichungen zeigen sich zum einen zwischen Brand- und generischen Keywords aber auch zwischen einzelnen Branchen. Würde man noch tiefer ins Detail gehen, würde man innerhalb der betrachteten Branchen sicherlich auch kundenindividuelle Unterschiede sehen. Mit dem Argument günstigerer CPCs Bing für Werbetreibende pauschal zu empfehlen, ist sicherlich schwierig. Grundsätzlich sollte Bing jedoch – unter Berücksichtigung von Branche, Keyword-Sets und kundenindividuellen Voraussetzungen – für SEA-Kampagnen in Betracht gezogen werden. Die absolute Reichweite liegt zwar trotz steigender Marktanteile weiterhin deutlich hinter dem Volumen von Google, mit der richtigen Strategie lässt sich aber unter Umständen das Budget deutlich effizienter einsetzen.


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